Mieter nach Horror-Abriss weiter im Ungewissen: "Wir haben das Warten satt"
Hamburg - Rund sechs Wochen ist es her, dass ein einsturzgefährdetes Haus in der Hamburger Holstenstraße teils abgerissen wurde. Vor allem die Bewohnerinnen und Bewohner traf die überraschende Maßnahme hart. Am Donnerstag versammelten sich knapp 50 Personen zu einer Kundgebung.
Schauplatz war wie zuvor angekündigt vor dem Büro des Hauseigentümers am Eppendorfer Baum. "Die Zeit verstreicht und es wird erst gehandelt, wenn es zu spät ist. Das zermürbt", so eine Nachbarin der betroffenen Mieter nach Informationen von "Hamburger Abendblatt" während der Demo.
So fordern die Anwohner unter anderem, dass endlich ein Schutzgerüst aufgestellt werden solle, das die offene Rückseite des betroffenen Hauses vor der Witterung schützen könnte.
Eigentlich hätte das Gerüst bereits am 18. September aufgestellt werden sollen. Passiert ist bisher jedoch nichts. Begründet hätte ein Mitarbeiter des Vermieters die Verzögerung zuletzt mit technischen Herausforderungen.
"Wir wissen nicht, was hinter dem Zögern steht, aber wir haben das Warten satt", so die Nachbarin weiter. "Wohnraum ist kein Anlagegut. Wohnraum ist ein Existenzrecht."
Abrisshaus in Hamburg: Betroffene erhalten weitere schlechte Nachricht
Doch es kam offenbar noch dicker. Eigentlich hätten die betroffenen Mieter in bereitgestellte Wohnungen in der Altona-Altstadt einziehen können, bis das Haus in der Holstenstraße wieder bewohnbar sei. Doch der Umzug verzögere sich nun bis zum 1. November, hieß es bei der Kundgebung.
Bisher waren einige Betroffene unter anderem in einem Hotel untergebracht oder lebten übergangsweise bei Freunden und Bekannten. Ob die Wohnsituation bis Anfang November so bleiben wird oder eine andere Lösung gefunden werden kann, bleibt abzuwarten.
Titelfoto: News 5 / Fabian Höfig
