Nach Problemen: Zweites Kesselhaus des ehemaligen Kohlekraftwerks Moorburg gesprengt
Hamburg - Eigentlich sollten Ende März die beiden Kesselhäuser des ehemaligen Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg gesprengt werden. Doch es gab Probleme mit der Zündung, weswegen nur eins der Häuser in sich zusammenfiel. Am Mittwoch war ein zweiter Versuch erfolgreich.

Bereits seit Montag waren Vorkehrungen für die erneuet Sprengung getroffen worden: Die Struktur des Kesselhauses wurde mithilfe ferngesteuerter Bagger gezielt geschwächt.
Dadurch soll für die eigentliche Sprengung weniger Sprengstoff benötigt werden, was das Verfahren sicherer mache, wie die Hamburger Energiewerke am Montag mitteilten.
Am Mittwochabend gegen 18.50 Uhr fiel das zweite Kesselhaus nach einem lauten Knall und einer Explosion in sich zusammen.
Der erste Sprengversuch Ende März war nur teilweise erfolgreich, da eine der Hauptladungen nicht wie geplant gezündet hatte.
Da sich das zweite Kesselhaus im hinteren Teil des Baugebiets befindet und somit weiter von der Straße entfernt liegt, war die erforderliche Sicherheitszone diesmal deutlich kleiner aus als beim ersten Sprengversuch.
Nach Angaben der Polizei waren diesmal weder Anwohner noch Pendler betroffen. Nur die Straße Moorburger Schanze war für die Dauer des Einsatzes gesperrt.
Am Moorburger Hauptdeich, im Bereich der Kattwykbrücke, war zudem die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert. Grund dafür war die mögliche Sichtbeeinträchtigung durch aufgewirbelten Staub infolge der Detonation.

Das Kohlekraftwerk wird seit 2023 abgerissen – hier soll jetzt grüner Wasserstoff entstehen
Das Kohlekraftwerk wird seit Ende 2023 abgerissen. Bereits im November 2024 waren die Schornsteine des Kraftwerks gesprengt worden. Der Rückbau soll Mitte dieses Jahres abgeschlossen sein. Ab 2027 soll auf dem Gelände dann grüner Wasserstoff produziert werden.
Geplant ist der Bau eines Elektrolyseurs, einer Anlage, die mithilfe von umweltfreundlich erzeugtem Strom Wasserstoff produziert. Die dafür benötigte Energie soll dabei aus erneuerbaren Quellen wie Sonnen- und Windkraft stammen.
Erstmeldung am 28. April um 15.11 Uhr; zuletzt aktualisiert am 30. April um 19.07 Uhr.
Titelfoto: Lenthe-Medien