Riesiges Straßenloch nach Rohrbrüchen in Hamburg: Dauert die Reparatur mehrere Wochen?
Hamburg - Nach den Rohrbrüchen und der Störung der Wasserversorgung am Mittwoch ist in Hamburg ein großer Schaden entstanden. Die Reparaturen könnten mehrere Wochen dauern!
In der Amsinckstraße hat sich ein riesiges Loch aufgetan, dort, wo am Mittwoch ein Wasserrohr mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern gebrochen ist.
"Das ist eine für den Trinkwasserbereich relativ große Leitung, da fließt innerhalb relativ kurzer Zeit ziemlich viel Wasser durch. Wenn so eine Leitung bricht, spült das Wasser den Fahrbahnunterboden weg. Dadurch kommt es zu Unterspülungen und zu Straßenabsackungen", erklärte Anna Vietinghoff, Sprecherin von Hamburg Wasser, am Donnerstag im Gespräch mit TAG24.
In der Nacht sei das stehende Wasser abgepumpt und die Schadensstelle gesäubert worden. Am Donnerstag machten sich Fachfirmen daran, die Straße mit schwerem Gerät aufzustemmen und das defekte Leitungsrohr freizulegen.
Anders als in der Fuhlsbüttler Straße, wo die Arbeiten im Rahmen des Wochenendes erfolgen sollen, wird im Fall der Amsinckstraße eine wochenlange Reparaturdauer befürchtet, erklärte Hamburg Wasser in einer Mitteilung am Nachmittag.
"Die Amsinckstraße ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen unserer Stadt. Deshalb handeln wir hier mit höchster Priorität und bündeln alle verfügbaren Kräfte", betonte Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (45, Grüne).
Erneuerung des betroffenen Rohrs war schon länger geplant
Die Schäden an Straße und Infrastruktur sind erheblich, weshalb die Verkehrseinschränkungen in dem Bereich vorerst bestehen bleiben - wann die betroffenen Fahrspuren wieder freigegeben werden können, ist demnach nicht absehbar.
Die betroffene Leitung in der Amsinckstraße ist seit 1961 unter der Erde. "Und wir hatten ja auch schon mal einen Rohrbruch hier in der Amsinckstraße. Deswegen ist es schon unser Ziel, diese Leitung zu erneuern. Die Frage ist jetzt eben, in welchen Schritten man das machen kann", so Ole Braukmann, Pressesprecher von Hamburg Wasser, gegenüber einem TAG24-Reporter vor Ort.
Die Pläne zur Erneuerung seien nicht neu und schon weit fortgeschritten. Man müsse allerdings schauen, ob sich die Maßnahme aktuell umsetzen lasse.
"Wenn wir Richtung Elbbrücken gucken, da sind auch Baustellen und das muss Hand in Hand gehen, damit die Hamburger nicht nur Wasser haben, sondern auch von A nach B kommen", sagte Braukmann.
Keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen den beiden Rohrbrüchen
Was die beiden Rohrbrüche innerhalb weniger Stunden verursacht hat, ist weiterhin unklar. "Wir sind auch noch dabei, das Ganze zu analysieren und weiter zu untersuchen. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass beide Rohrbrüche miteinander in Verbindung stehen", so Vietinghoff.
Die Situation hat aber offenbar auch den Versorger überrascht. "Also ich habe das in meiner Zeit bei Hamburg Wasser in dem Ausmaß noch nicht erlebt", gesteht die Sprecherin. Laut Vietinghoff gebe es aber keine Hinweise auf einen Zugriff von außen.
Es gebe viele Sicherheitsvorkehrungen, die auch ständig angepasst würden, um die Infrastruktur zu schützen.
Insgesamt komme es in dem über 5000 Kilometer langen Trinkwassernetz zu etwa 400 Rohrbrüchen jährlich. Bricht ein Rohr, wird es vom Netz genommen. Das sogenannte Abschiebern funktioniert manuell - aber auch durch eine automatisierte Netzsteuerung.
Mit dieser Steuerung wird auch der Druck auf den Leitungen kontrolliert. So wurde der Rohrbruch in der Amsinckstraße beispielsweise durch einen massiven Druckabfall im System bemerkt.
Erstmeldung um 13 Uhr, zuletzt aktualisiert um 17 Uhr.
Titelfoto: NEWS5 / Fabian Höfig

