Uni-Eingänge von Demonstranten blockiert: Polizei zieht sich weitestgehend zurück
Von Birgitta von Gyldenfeldt, Bastian Küsel-Kanbach, Tobias Bruns
Hamburg - Demonstranten haben am Morgen unter anderem Zugänge eines Gebäudes der Universität Hamburg blockiert. Unter dem Jubel der Protestierenden rückte ein Großteil der Polizisten schließlich ab.
Es seien etwa Bauzäune und Müllcontainer vor Eingänge der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo-Fakultät) gestellt worden, beobachtete ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur.
Die Polizei bestätigte eine Versammlungslage. Insgesamt gibt es den Polizeiangaben zufolge drei Demonstrationen, in denen unter anderem Forderungen im Bildungskontext gestellt werden. Die Teilnehmerzahl wurde jeweils im unteren zweistelligen Bereich angegeben.
Auf englischsprachigen Bannern forderten die zum Teil vermummten Demonstranten vor der WiSo-Fakultät etwa die Befreiung aller unterdrückten Menschen oder riefen zu Boykott und Widerstand auf.
Man blockiere die Fakultät unter anderem, weil mittlerweile jeder dritte Euro in die Kriegsindustrie fließe anstatt in die Bildung, sagte eine vermummte Aktivistin der dpa. Man solidarisiere sich mit den Streikenden überall in Europa.
Demonstrierende skandierten Parolen, die sich unter anderem auch gegen die Polizei richteten.
Begleitet von "Hopp, hopp, hopp, Schweinchen lauf Galopp"-Rufen habe sich gegen 11.40 Uhr schließlich ein Großteil der Polizisten zurückgezogen, so ein TAG24-Reporter vor Ort.
Universität Hamburg äußert sich zu Demonstrationen
Neben dieser Versammlung gab es eine weitere an der WiSo-Fakultät, bei der Teilnehmer nach Angaben der Polizei ihre Solidarität mit der ersten Demo bekunden wollten. Zudem wurde am Allendeplatz demonstriert.
Einer der Teilnehmer an der WiSo-Fakultät sagte der dpa, sie seien Studierende der Universität und solidarisch mit "Gen-Z-regelt", aber nicht über diese Initiative organisiert.
Die Universität Hamburg (UHH) teilte mit, sie nehme die Protestaktion und die damit verbundenen Forderungen der Protestierenden zur Kenntnis. "Sie respektiert das Recht der Protestierenden, ihre Anliegen und politischen Positionen öffentlich und gewaltfrei zum Ausdruck zu bringen."
Die UHH stehe als weltoffene Hochschule für ein respektvolles und diskriminierungsfreies Miteinander, hieß es weiter. "Jede Form von Diskriminierung, Gewalt, menschenverachtenden Äußerungen und Sachbeschädigung hat an der Universität keinen Platz und wird von der UHH aufs Schärfste verurteilt."
Erstmeldung um 7.59 Uhr, zuletzt aktualisiert um 12.03 Uhr.
Titelfoto: TAG24/Bastian Küsel-Kanbach

