Von Marion van der Kraats, Isabell Scheuplein
Frankfurt am Main - Diese Zahlen sind alarmierend! Bei den Staatsanwaltschaften in Hessen wachsen die Aktenberge.
Ende des ersten Halbjahres wurden nach Zahlen des Deutschen Richterbunds knapp 122.500 (!) offene Verfahren gezählt. Ein Jahr zuvor waren es noch rund 109.000. Das ist ein deutlicher Anstieg.
"Den Strafverfolgern steht die Verfahrensflut bis zum Hals", so Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes (DRB), gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Bundesweit gebe es erstmals mehr als 1,1 Million unerledigte Fälle.
212.253 neue Fälle landeten laut Richterbund im ersten Halbjahr 2026 hessenweit bei den Staatsanwaltschaften - in etwa so viele wie im Vorjahreszeitraum, als es 212.601 waren.
Die Zahlen gehen auf eine Umfrage bei den Justizverwaltungen der Länder zurück, die die vom Richterbund herausgegebene "Deutsche Richterzeitung" durchgeführt hat.
Berücksichtigt wurden dabei entsprechend nur die Verfahren gegen namentlich bekannte Beschuldigte, wie es hieß.
DRB-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn verdeutlicht Überlastungsproblematik
Die Landesregierungen müssten bei den Rekordeingangszahlen und immer höherer Aktenbestände der Staatsanwaltschaften konsequent gegensteuern, forderte Rebehn deutlich. Zwar gebe es in einigen Ländern in der Justiz Neueinstellungen.
"Die Verfahrenszahlen der Staatsanwaltschaften wachsen aber deutlich schneller als die Stellenzahl, sodass die Überlastung in vielen Behörden anhält", erklärte der DRB-Bundesgeschäftsführer zur aktuellen Entwicklung.