Von Mona Wenisch
Wiesbaden - Es ist eine Zahl, die auch mit Blick auf die Zukunft zum Nachdenken anregen sollte: In diesem Jahr sind nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) in Hessen bereits etwa 1710 Menschen (!) wegen Hitze gestorben.
Die Zahl umfasst hitzebedingte Sterbefälle bis zum 2. August des Jahres, wie aus dem aktuellen RKI-Wochenbericht zu der hitzebedingten Mortalität im Land hervorgeht. Das sind deutlich mehr als in jedem einzelnen Gesamtjahr - und zwar seit 2016.
Die meisten Hitzetoten in den vergangenen zehn Jahren gab es nach den neuesten Schätzungen 2018 - damals waren es im Jahr etwa 1140. Damit kommen im laufenden Jahr 27,2 hitzebedingte Todesfälle auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Im vergangenen Jahr waren es 5,2.
Die Angaben, auch zu den vergangenen Jahren, variieren im Vergleich zu ebenjenen im vorigen Wochenbericht. Laut Sprecherin liegt das daran, dass die Schätzungen jeden Monat neu berechnet werden - auch für die vergangenen Jahre. "Auch das Modell wird weiterentwickelt, daher kommen nicht zwingend die exakt gleichen Zahlen raus."
Die Schätzung des RKI basiert unter anderem auf dem Monitoring der Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes und Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und geht entsprechend für das laufende Jahr bis zum 2. August.
12.500 Sterbefälle in Deutschland durch Hitze
Die Spanne der Schätzungen ist hoch: Je nach Berechnung kommen die Statistikerinnen und Statistiker des RKI auf 1350 bis 2100 hitzebedingte Sterbefälle bis Anfang August 2026 in Hessen.
Hitzeperioden haben deutschlandweit in diesem Jahr nach Schätzungen des RKI zu rund 12.500 Sterbefällen geführt. Damit sind in diesem Jahr bisher deutlich mehr Menschen infolge von Hitze gestorben als sonst in ganzen Jahren zuvor.
Im Vergleich der vergangenen zehn Jahre wurden vor allem in den Jahren 2018 und 2019 sehr viele Hitzetote verzeichnet: 2018 starben nach neuesten RKI-Schätzungen 9400 Menschen hitzebedingt in Deutschland, 2019 waren es demnach rund 7700.
Die Gesamtzahl der Hitzetoten könnte höher liegen: Dem RKI zufolge handelt es sich um eine konservative Schätzung.