Halloween steht vor der Tür: Diese Orte laden in Hessen jetzt zum Gruseln ein
Von Marcel Foltmer
Wiesbaden - Die Tage werden kürzer, die dunkle Jahreszeit beginnt und Halloween steht vor der Tür. Für alle von Euch, die sich passend zur Jahreszeit ein wenig gruseln wollen, gibt es in Hessen zahlreiche Orte.
Burg Frankenstein
In der Nähe von Darmstadt am Rande des Odenwalds liegt die Burg Frankenstein. Anders als der Name für viele vermuten lassen dürfte, war die Burg wohl nicht Namensgeber für den berühmten Roman von Mary Shelleys.
In den 1970er-Jahren hat sie US-Soldaten in Darmstadt trotzdem zum Gruseln inspiriert: Damals entstand das jährliche Halloween-Festival, das seit 2023 nicht mehr auf Burg Frankenstein, sondern auf Burg Königstein im Hochtaunuskreis abgehalten wird. Für das diesjährige Festival sind die meisten Tickets allerdings schon ausverkauft. Die Ruine der Burg Frankenstein selbst ist täglich von etwa 8.00 Uhr morgens bis zum Sonnenuntergang für Besichtigungen geöffnet.
"Hexentürme" in Hessen
In Hessen gibt es zahlreiche Türme, die den Namen "Hexenturm" tragen. Oft sind sie Teil alter Stadtmauern oder Befestigungsanlagen, wie zum Beispiel in Gelnhausen, dem Altenstädter Ortsteil Lindheim oder Idstein.
Manche der Türme dienten zur Zeit der Hexenverfolgung als Gefängnisse, in denen Menschen inhaftiert waren, die der Hexerei beschuldigt wurden. Auch an anderen Orten wird die Zeit der Hexenverfolgung thematisiert: Die Stadt Fulda bietet eine KI-unterstützte Führung per App an, die das Schicksal von Merga Bien, einem der bekanntesten Opfer des Hexenwahns in Fulda, nachzeichnet. In Darmstadt und Marburg gibt es Führungen, die sich dem Schicksal vermeintlicher Hexen widmen.
Altes Polizeipräsidium in Frankfurt
Unweit der Frankfurter Innenstadt steht im Stadtteil Gallus das Alte Polizeipräsidium seit beinahe 25 Jahren leer. 2002 zogen die Beamten ins Nordend, seitdem ist der alte Standort zu einem "Lost Place" geworden.
Wer durch die leeren Räume wandeln will - kann das bei einer geführten Tour tun, die Interessierte fast täglich zum Gruseln einlädt. Auf dem Gelände des Alten Polizeipräsidiums sollte eigentlich längst ein neues Viertel mit Wohnungen, Büros und Einkaufsflächen entstehen. Zuletzt hatte jedoch die Insolvenz des Projektentwicklers den Baustart erneut verschoben.
Das Kloster Eberbach
Spätestens seit den Dreharbeiten zu "Der Name der Rose" ist das Kloster Eberbach weltweit bekannt. Für den im Jahr 1986 veröffentlichten Film wurde das Kloster im Rheingau als Schauplatz entsprechend in Szene gesetzt.
Regisseur Jean-Jacques Annaud (83) wählte die alten Klostergemäuer nicht ohne Grund als Drehort: Ein dunkler Keller, in dem Mönche jahrhundertelang ihrer Arbeit nachgingen, und verborgene Geheimgänge sind nicht nur im Kino zu sehen, sondern können auf Führungen durch das Kloster bestaunt werden. Bei der nächsten Führung der Reihe "Geheimnisvolles Eberbach" am 30. Oktober können alle wieder einen Blick auf Orte werfen, die normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind.
Moore in Hessen
Ob Irrlichter oder Moorleichen: Kaum eine Landschaft inspiriert die Fantasie so sehr zum Gruseln wie Moore. In Hessen gibt es mit dem Roten Moor in der Rhön und der Breungeshainer Heide im Vogelsberg zwei Hochmoore.
Im Roten Moor führen mehrere Rundwege vom Haus des Naturschutzbundes an der Bundesstraße 278 aus durch die Landschaft. Auch ein Aussichtsturm ist von dort aus zu erreichen. Um das Rote Moor und die Breungeshainer Heide als Lebensräume und Ausflugsziele zu bewahren, laufen seit Jahren bereits umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen.
Titelfoto: Andreas Arnold/dpa