"Warum Du so sprechen?": Hessen-Minister schmäht Volt-Politiker und erntet Proteststurm wegen Rassismus

Von Jens Albes

Wiesbaden/Essen - Hessens Europaminister Manfred Pentz (46, CDU) hat sich nach einer Instagram-Antwort entschuldigt, die vielfach als rassistisch kritisiert wurde. Er löschte seine Sätze in absichtlich gebrochenem Deutsch nach eigenen Worten wieder und entschuldigte sich.

Mittlerweile hat Manfred Pentz (46, CDU) die Bemerkung auf Instagram gelöscht und sich entschuldigt.  © Marcus Brandt/dpa

Pentz hatte zunächst in einem Video auf Instagram die Ausschreitungen am vergangenen Samstag in Frankfurt nach friedlichen Jugendprotesten als "migrantische Gewalt" bezeichnet. 

Daraufhin sprach ein Nutzer in einem Kommentar von einem "genozidbefürwortenden, rassistischen und autoritären Milieu der Union", das politisch bis ins kleinste Dorf bekämpft werden müsse. Deutschland müsse "entunionisiert" werden. Der Nutzer, Mitglied der proeuropäischen Partei Volt in Essen in Nordrhein-Westfalen, heißt Sahak Ibrahimkhil. Er wurde laut seiner Partei 1985 in Afghanistan geboren, zog als Kind nach Belgrad und ist schon seit mehr als 30 Jahren in Deutschland.

Pentz, Minister für Europa und Internationales, antwortete ihm auf Instagram: "Warum Du so sprechen ...?!", und ergänzte: "Ich nix sprechen, ich schreiben", wie Ministersprecher Christian Stadtfeld bestätigte.

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Nur Stunden später habe Pentz diese Worte wieder gelöscht. Er hatte eine Flut kritischer Kommentare bekommen.

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Rücktritt von Manfred Pentz gefordert

Auch der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (54, CDU, r.) wurde im Rahmen des Proteststurms kritisiert.  © Arne Dedert/dpa

Der Volt-Bundesvorstand forderte wie auch die hessische Linke und die Jusos Hessen-Süd Pentz' Rücktritt. "Wer einen Menschen öffentlich mit rassistischen Sprachklischees herabwürdigt, hat sich nicht einfach im Ton vergriffen. Das ist keine Entschuldigung, sondern der Versuch, Rassismus als sprachlichen Ausrutscher zu verharmlosen", erklärte die Partei. Zugleich verurteilte sie die Ausschreitungen in Frankfurt: "Straftaten müssen konsequent verfolgt werden."

Die Grünen-Opposition im hessischen Landtag in Wiesbaden sprach von Geistern, die Ministerpräsident Boris Rhein (54, CDU) mit seiner Forderung "eines neuen Umgangs mit der AfD" gerufen habe, wie es Grünen-Fraktionschef Mathias Wagner (52) formulierte.

Rhein hatte kürzlich mit Blick auf die Brandmauer zu der in Teilen rechtsextremen Partei unter anderem ausgeführt: "Wir grenzen uns klar von der AfD ab, aber wir grenzen die Partei nicht aus."

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