Von Daniel Josling
Magdeburg - Mit hohen Gewinnversprechen und professionell gestalteten Internetseiten bringen Anlagebetrüger Menschen in Sachsen-Anhalt zunehmend um ihr Geld.
Die erfassten Vermögensschäden hätten zur Jahresmitte 2026 bereits annähernd das Niveau des gesamten Vorjahres erreicht, teilte das Landeskriminalamt (LKA) auf Anfrage mit.
2025 registrierte die Polizei 389 Fälle von Anlagebetrug über Internet oder IT-Geräte. Der Schaden lag bei rund 13,3 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es 205 Fälle mit rund 5,6 Millionen Euro Schaden. Damit stieg die Zahl der Fälle um fast 90 Prozent, der Schaden erhöhte sich sogar um mehr als das Doppelte.
Ein großer Teil der Straftaten werde aus dem Ausland begangen, teilte das LKA mit. Bei vollendeten Taten zählte die Polizei 2025 insgesamt 378 Geschädigte. 206 von ihnen waren 60 Jahre oder älter, 172 jünger.
Anlagebetrug treffe damit keineswegs nur ältere Menschen, die wenig Erfahrung mit digitalen Angeboten hätten.
So ergaunern sich Cyberkriminelle ihr Geld
Beim sogenannten Cybertrading-Betrug werben Kriminelle etwa in sozialen Netzwerken mit vermeintlich lukrativen Geldanlagen in Aktien, Devisen oder Kryptowährungen.
Nach der Registrierung auf einer Plattform melden sich angebliche Fachleute telefonisch oder per Messenger. Sie versprechen hohe Renditen bei geringem Risiko und zeigen den Opfern zunächst scheinbare Gewinne.
Oft beginne der Betrug mit einem kleinen Betrag, erläuterte das LKA. Betroffene sollen zunächst meist rund 250 Euro überweisen. Wegen der angeblich guten Entwicklung ihres digitalen Depots und auf Drängen eines "Brokers" zahlten sie später mehr ein.
Wenn sie ihr Geld auszahlen lassen wollten, verlangten die Täter weitere Beträge - etwa für Gebühren, Steuern oder angebliche Versicherungen. Dann seien die Plattform und die angeblichen Berater oft nicht mehr erreichbar.
Dass selbst Warnungen der Bank häufig nicht ausreichen, zeigen beispielsweise die Angaben der Saalesparkasse für 2025: Von rund 500 auffälligen Transaktionen konnten Beschäftigte in etwa 220 Fällen eine Überweisung verhindern. In rund 280 Fällen hielten die Kunden trotz mehrfacher Hinweise an den Zahlungen fest.
Täter versuchten, ihre Opfer gezielt von der Bank zu isolieren und gäben ihnen mitunter vor, wie sie auf Rückfragen antworten sollten.