Sächsisches Sozialministerium fällt auf Betrüger herein: 225.000 Euro falsch überwiesen

Dresden - Sachsens Sozialministerium hat Betrügern einen sechsstelligen Betrag überwiesen. Dabei warnte das Landeskriminalamt schon 2016 vor der Betrugsmasche.

Trotz Warnung betrogen worden: Sachsens Sozialministerium ließ sich von einer manipulierten Rechnung täuschen.
Trotz Warnung betrogen worden: Sachsens Sozialministerium ließ sich von einer manipulierten Rechnung täuschen.  © Ove Landgraf

Dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt ist ein grober - oder besser gesagt: teurer - Fehler unterlaufen.

Wie die Freie Presse berichtete, fiel das Ministerium auf eine seit Jahren bekannte Betrugsmasche herein und überwies den Betrügern dabei 225.000 Euro. Wie das Sozialministerium gegenüber TAG24 erklärte, geht es konkret um "bis zu 225.862,33 Euro".

Bereits 2016 warnte das Landeskriminalamt Sachsen vor der damals noch relativ unbekannten Betrugsmasche, bei der Kriminelle E-Mails abfangen, zu ihren Zwecken manipulieren und dem Empfänger im Anschluss mit entsprechend seriös wirkenden Forderungen zukommen lassen. So auch in diesem Fall.

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Was war genau passiert? Das Ministerium hatte Ende vergangenen Jahres 50 Kilometer Schutzzaun zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest bei einem entsprechenden Lieferanten bestellt. Anfang Februar dieses Jahres ging die Rechnung per E-Mail im Ministerium ein.

Ministerium lässt sich von manipulierter E-Mail täuschen

Etwa einen Monat später folgte eine weitere E-Mail - diesmal von den Internetbetrügern - mit dem Hinweis, dass sich die Bankdaten des Lieferanten geändert hätten und der fällige Betrag für den Schutzzaun auf das neue Bankkonto überwiesen werden solle.

"Das Sozialministerium betreibt einen großen Aufwand zum Schutz vor betrügerischen Pishing-Mails", so das Ministerium. Rechnungen würden stets von zwei Personen unabhängig voneinander auf sachliche und rechnerische Richtigkeit geprüft werden. In diesem Fall hatte es allerdings ein Loch in der Prüfkette gegeben und so flossen die maximal 225.862,33 Euro Eigenmittel des Freistaates auf das Konto der Betrüger.

Wie ein Ministeriumssprecher gegenüber der Zeitung mitteilte, wurde auf den Vorfall bereits reagiert: Die Rechnungslegung per E-Mail solle künftig auf ein elektronisches System umgestellt werden. Das würde das Ändern von Kontodaten aufwendiger machen.

Erstmeldung von 12.29 Uhr, aktualisiert um 15 Uhr.

Titelfoto: Ove Landgraf

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