Neuruppin - Brandenburg trauert um den früheren Leitenden Oberstaatsanwalt von Neuruppin, Gerd Schnittcher. Er starb überraschend am 8. Februar im Alter von 76 Jahren.
Der Generalstaatsanwalt und das Ministerium der Justiz und für Digitalisierung des Landes Brandenburg teilten die Nachricht in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.
Der 1949 in Duisburg geborene Jurist begann seine Laufbahn in Nordrhein-Westfalen, bevor er 1990 nach Brandenburg wechselte und beim Aufbau der Staatsanwaltschaft Potsdam half.
Ab 1994 wirkte er in Neuruppin, 1996 wurde er dort zum Leitenden Oberstaatsanwalt ernannt. Bis zu seinem Ruhestand 2014 stand er an der Spitze der Behörde.
Bundesweit bekannt wurde Schnittcher durch das Vorgehen gegen die sogenannte "XY-Bande". Die Gruppierung hatte in den 2000er-Jahren in Neuruppin ein Geflecht aus organisiertem Drogenhandel, illegalem Glücksspiel und Korruption aufgebaut. Im August 2004 rückten hunderte Polizisten zu einer großangelegten Razzia aus. 2006 wurde der Bandenchef zu zwölf Jahren Haft verurteilt.
Auch im Kampf gegen Rechtsextremismus und Korruptionskriminalität spielte Schnittcher eine zentrale Rolle. Ab 2000 baute er in Neuruppin eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Korruption mit auf – eine der ersten ihrer Art in Deutschland.
Mit Gerd Schnittcher verliere Brandenburg einen "hochgeschätzten Behördenleiter", der sich unermüdlich für Rechtsstaat und Strafverfolgung eingesetzt habe, heißt es aus der Justiz.