Aus sächsischem Klinikum entwichener Straftäter Muhamad M. noch immer auf der Flucht
Leipzig - Der Freitagnachmittag aus einer psychiatrischen Fachklinik im Schkeuditzer Ortsteil Altscherbitz entflohene Häftling Muhamad M. (22) ist noch immer untergetaucht.
Er sei "im Rahmen eines begleiteten Ausgangs auf dem Krankenhausgelände entwichen", teilte Doreen Neu auf TAG24-Anfrage mit. Die Verwaltungsdirektorin spricht von einer "routinemäßigen Erprobung im Rahmen des Behandlungsverlaufs".
Im Vorfeld seien diverse Prüfungen durchgeführt worden, "wie sich der Patient im Behandlungsverlauf entwickelt, an bestehende Regeln und Absprachen hält und wie verlässlich er sich zeigt".
Bevor es zum jetzigen begleiteten Ausgang gekommen ist, habe sich das Krankheitsbild des seit Sommer 2025 in der Klinikbehandlung befindlichen Patienten stabilisiert, weshalb die nächste Stufe freigegeben wurde. Ob bereits weitere Ausgänge vorangegangen waren oder er bei seinem ersten entwichen ist, wollte Neu nicht beantworten.
Eine unmittelbare Eigen- oder Fremdgefährdung habe zum Zeitpunkt des Ausbruchs nicht vorgelegen. Ob sich dies übers Wochenende geändert haben könnte, ist unklar.
Derzeit finde die Auswertung des Vorfalls statt, weshalb keine weiteren Details erteilt werden könnten, so die Verwaltungsdirektorin zu TAG24.
Beschreibung des Flüchtigen
Gegen 16 Uhr war Muhamad M. am Freitag entkommen. Wie genau, das ist noch unklar.
Zum Zeitpunkt seines Verschwindens wurde er wie folgt beschrieben:
- 1,78 Meter groß und von hagerer Statur
- scheinbares Alter: 20 bis 25
- schwarzer Igelschnitt und Vollbart
- spricht gebrochen Deutsch, persische Muttersprache
- Bekleidung zum Fluchtzeitpunkt: hellblaue Windjacke, blaue Jeans, Turnschuhe
Der 22-Jährige wurde vor zweieinhalb Monaten vom Landgericht Leipzig zur Unterbringung in der Fachklinik verurteilt. Er soll im August 2025 einen Mann mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben, der nur dank einer Not-OP überlebt hatte. In derselben Nacht kam es zu zwei versuchten schweren räuberischen Erpressungen durch den Beschuldigten.
Wenn Ihr den 22-Jährigen seht, ruft sofort bei der Polizei unter 110 an. Anderweitige Hinweise, wo er seit Freitagnachmittag gesehen wurde oder sich aufhalten könnte, richtet Ihr an die Kriminalpolizei, Dimitroffstraße 1 in 04107 Leipzig, Tel. 0341/96646666.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/EHL Media ; Polizei Leipzig

