"Letzte Warnung" statt Mordversuch? 19-Jähriger äußert sich zu Schüssen auf Göppinger Imbiss

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Von Aleksandra Bakmaz & Martin Oversohl

Ulm - Drei junge Männer stehen wegen versuchten Mordes in Ulm vor Gericht. Der Hauptangeklagte räumt den Schuss zwar ein. Aber es sei anders gewesen, als es die Staatsanwaltschaft darstellt.

Drei junge Männer stehen wegen versuchten Mordes in Ulm vor Gericht.
Drei junge Männer stehen wegen versuchten Mordes in Ulm vor Gericht.  © Stefan Puchner/dpa

Was sich zur späten Stunde um einen Göppinger Dönerimbiss Ende Januar ereignet haben soll, hat schon filmreife Züge. Hatte da ein Killer-Kommando versucht, den Inhaber des Imbisses zu erschießen? Oder war es nur eine "letzte Warnung", wie es der mutmaßliche 19-jährige Schütze zum Prozessauftakt vor dem Ulmer Landgericht formulierte?

Er ist ebenso angeklagt wie zwei 22 und 20 Jahre alte mutmaßliche Kumpane. Und er beteuert, er habe mit Absicht vorbeigeschossen. Den Angeklagten wird unter anderem versuchter Mord in Mittäterschaft vorgeworfen.

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der in München geborene Grieche mit einer Pistole auf den Imbissbetreiber geschossen, ihn aber nicht getroffen hat. Der 22-Jährige soll einen extra für die Tat bereitgestellten Fluchtwagen gefahren haben.

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Erst als er mit dem 22-Jährigen auf einem Waldparkplatz in einen bereitgestellten Kleinwagen gewechselt und die Pistole bekommen habe, sei ihm klargeworden, dass es diesmal um etwas anderes gehe. "Da konnte ich nicht mehr zurück", sagte der angehende Autoverkäufer, der bis zur Verhaftung bei seinen Eltern gelebt habe.

Weitere Mordversuche auf Gastwirt

Die Angeklagten äußerten sich erstmals vor Gericht.
Die Angeklagten äußerten sich erstmals vor Gericht.  © Stefan Puchner/dpa

Die Staatsanwaltschaft geht von einem genau geplanten Mordversuch aus, für den die jungen Männer aus München angereist seien. Vermutet wird eine Fehde zwischen zwei türkisch-kurdischen Familien in Nordrhein-Westfalen.

Tatsächlich wurden die beiden Angeklagten bei ihrer Flucht aus dem Lokal von einem 15-Jährigen beschossen. Gegen den aus der Schweiz stammenden Teenager, der ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt, wird im September in Ulm separat verhandelt.

Zudem soll es nicht der einzige Versuch gewesen sein, den Gastwirt zu töten. Im Februar wurde ein 38-Jähriger verhaftet, der sich nach Polizeiangaben bereiterklärt hatte, aus einem fahrenden Auto auf das Opfer zu schießen.

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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