Mädchen hörte mit an, wie man sie töten wollte: Prozess gegen Vater und Bruder wird fortgesetzt

Augsburg - Das Augsburger Amtsgericht wird am Donnerstag ab 9 Uhr den Prozess gegen einen Vater und dessen Sohn wegen der brutalen Misshandlung einer jugendlichen Angehörigen fortsetzen.

Die Anwälte Hannes Maletzke (l.) und Jörg Meringer sprechen mit ihrem Mandanten, der zusammen mit seinem Sohn angeklagt ist.
Die Anwälte Hannes Maletzke (l.) und Jörg Meringer sprechen mit ihrem Mandanten, der zusammen mit seinem Sohn angeklagt ist.  © Stefan Puchner/dpa

Die beiden Männer sollen nicht nur das Mädchen, jeweils Tochter und Schwester der Angeklagten, jahrelang seelisch und körperlich misshandelt haben.

Sie sollen auch die Tötung der 16-Jährigen geplant haben, als die Jugendliche gegen den Willen der Familie einen Freund hatte.

Laut Anklage sahen die beiden Jesiden aus religiösen Motiven eine Beschmutzung der Familienehre.

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Bei Jesiden werden nur Beziehungen innerhalb der religiösen Gruppe toleriert. Nach den Ermittlungen gab es quasi ein Familientribunal über das Kind.

Dabei habe sich die Tochter mit anhören müssen, wie sie umgebracht werden sollte. Sie konnte schließlich zum Jugendamt fliehen und wurde von der Behörde in Obhut genommen.

Zu Beginn des Verfahrens vor einer Woche war eine Absprache der Verteidiger, der Staatsanwaltschaft und des Gerichts auf eine Strafhöhe gescheitert. Die Anwälte der beiden Männer wollten Bewährungsstrafen erreichen - dies kommt für die Staatsanwaltschaft nicht infrage.

Die beiden 44 und 23 Jahre alten Angeklagten sitzen bereits seit mehr als einem halben Jahr in Untersuchungshaft.

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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