"Der kleine Drache Kokosnuss": Verlag klagt gegen OpenAI
Von Sebastian Kramer
München - Der Verlag hinter der Kinderbuchreihe "Der kleine Drache Kokosnuss" hat gegen den ChatGPT-Entwickler OpenAI Klage eingereicht. Der Vorwurf: Der KI-Chatbot soll Urheberrechte am Werk des Autors und Illustrators Ingo Siegner verletzt haben.
Die Klage wurde beim Landgericht München eingereicht, wie die Verlagsgruppe Penguin Random House mitteilte.
Laut Verlag soll ChatGPT bereits auf einfache Anfragen hin Inhalte aus urheberrechtlich geschützten Werken Siegners in erkennbarer Form wiedergeben.
Der Chatbot erzeuge zudem Illustrationen der Figur, die dem Original zum Verwechseln ähnelten, und mache eigeninitiativ Vorschläge zur Erstellung eines druckfertigen Manuskripts.
Inklusive Cover, Klappentexten und Anleitungen zur Einstellung auf Selfpublishing-Plattformen, hieß es.
Der Verlag sieht darin klare Indizien dafür, dass Siegners Werke unrechtmäßig zum Training des KI-Systems genutzt worden seien und nun als sogenannte "Memorisierung" im Modell vorlägen.
Offen gegenüber KI, jedoch sei "geistiges Eigentum" zu schützen
Die Klage sei am 27. März 2026 eingereicht worden, nachdem OpenAI auf eine Aufforderung zur Unterlassung und Auskunftserteilung nicht reagiert habe, teilte der Verlag weiter mit.
Von OpenAI hieß es, man prüfe die Vorwürfe. Das Unternehmen respektiere die Rechte von Autoren und Rechteinhabern und sei in Gesprächen mit vielen Verlagen rund um die Welt.
Verlegerin Carina Mathern bezeichnete die menschliche Kreativität als "Kern unserer Arbeit als Verlage". Man stehe KI grundsätzlich offen gegenüber, der Schutz geistigen Eigentums habe jedoch oberste Priorität.
Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa
