Parkmünzen in Millionenhöhe geklaut? Diebes-Pärchen mit kurioser Masche

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Von Ulf Vogler

Kempten - Wegen Diebstahls von Parkmünzen der Stadt Kempten im Allgäu in Millionenhöhe muss sich von Dienstag an ein Ehepaar vor dem Kemptener Landgericht verantworten.

Aus Parkscheinautomaten in Kempten wurden fast zwei Millionen Euro geklaut. (Symbolbild)
Aus Parkscheinautomaten in Kempten wurden fast zwei Millionen Euro geklaut. (Symbolbild)  © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Der ehemals bei der Kommune beschäftigte Mann soll über Jahre hinweg insgesamt mehr als 1,9 Millionen Euro aus den Parkscheinautomaten entwendet haben, seine 39 Jahre Partnerin soll ihm dabei geholfen haben.

Der Ehemann war nach Angaben der Ermittler mit dem Leeren der Parkscheinautomaten der Stadt beauftragt und hatte dadurch Zugriff auf die Schlüssel für die Geräte und die darin befindlichen Geldkassetten.

Das Paar soll das Kleingeld auf private Konten eingezahlt oder sich davon Wertgutscheine für Supermärkte geholt haben.

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Die Angeklagten sitzen seit November in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hat gegen das Paar wegen gewerbsmäßigen Diebstahls von rund 1,34 Millionen Euro im Zeitraum 2020 bis 2025 Anklage erhoben, es geht um 335 einzelne Fälle.

Mehr als 500 weitere Fälle seit dem Jahr 2015 sind mittlerweile verjährt, dafür können die Eheleute nicht bestraft werden.

Münz-Diebstahl in Kempten: Hunderte Fälle sind bereits verjährt

Der Angeklagte war mit dem Leeren der Automaten beauftragt und kam so an die Schlüssel. (Symbolbild)
Der Angeklagte war mit dem Leeren der Automaten beauftragt und kam so an die Schlüssel. (Symbolbild)  © Valentin Gensch/dpa

Das bei diesen mutmaßlichen Diebstählen erbeutete Geld in Höhe von insgesamt fast 584.000 Euro soll aber ebenfalls von der Justiz eingezogen werden.

Die Staatsanwaltschaft hat insofern die Einziehung des gesamten Schadens in Höhe von etwa 1,9 Millionen Euro bei dem Paar beantragt. Für den Prozess sind insgesamt drei Verhandlungstage geplant, ein Urteil könnte es am 21. Mai geben.

Der Fall war im November bekanntgeworden. Eine Bank hatte wegen Geldwäscheverdachts die Ermittler eingeschaltet, nachdem es immer wieder verdächtige Bargeldeinzahlungen gegeben hatte. Die Stadt Kempten hat aufgrund der Ermittlungen ihre Parkraumbewirtschaftung geändert.

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So wurden Schlösser ausgetauscht, zusätzliche Kontrollen eingeführt und ein externer Dienstleister beauftragt.

Titelfoto: Valentin Gensch/dpa

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