Von Angelika Resenhoeft
Würzburg - Weil er sein Baby bei Sommerhitze in einem verschlossenen Auto zurückgelassen haben soll, steht ein Vater am Mittwoch ab 10 Uhr vor dem Amtsgericht Würzburg.
Dem Mann, der zur Tatzeit im Juli 2024 40 Jahre alt war, wird Aussetzung vorgeworfen.
Polizisten befreiten das schreiende und verschwitzte Mädchen, nachdem eine Frau das fünf Monate alte Baby bemerkt hatte.
Der Angeklagte war zu dieser Zeit nach Gerichtsangaben im Würzburger Stadtgebiet in einem Möbelgeschäft. Er soll das Kind mehr als 30 Minuten allein gelassen haben.
Die Außentemperatur betrug am Tattag nach Angaben der Staatsanwaltschaft 27 Grad, der Wagen parkte in der prallen Sonne. Lediglich das Beifahrerfenster sei einen Spalt geöffnet gewesen.
Das Kind erlitt den Angaben nach aufgrund der Verweildauer von 15 Minuten in dem stark aufgeheizten Fahrzeug eine beginnende Hitzeerschöpfung. Wäre es nicht gerettet worden, hätte ein Hitzschlag auch zum Tod führen können, so die Anklagebehörde.
Mindeststrafe ein Jahr für den angeklagten Vater
Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage zum Schöffengericht, da es sich wegen der Tat zum Nachteil des eigenen Kindes um ein Verbrechen mit einer Mindeststrafe von einem Jahr handelt.
Im Mai 2025 hatte der Prozess gegen den Deutschen begonnen. Das Verfahren war damals aber aufgrund fehlender Zeugen und wegen Terminproblemen ausgesetzt worden.
Immer wieder warnt die Polizei davor, bei Hitze Kinder oder Tiere in Autos zurückzulassen. Diese heizen sich auch bei geringeren Temperaturen schnell auf und können zu tödlichen Fallen werden.