41-Jähriger soll in Syrien Menschen misshandelt und getötet haben: Jetzt kommt er vor Gericht
Von Marion van der Kraats
Berlin - Knapp ein halbes Jahr nach seiner Verhaftung beginnt in Berlin der Prozess gegen einen mutmaßlichen Milizenführer (41).
Die Anklage wirft dem Syrer Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Mord vor. Der inzwischen 41-Jährige soll 2011 in Syrien als Mitglied einer Miliz Menschen misshandelt, verschleppt sowie in einem Fall auch getötet haben.
Der Prozess vor dem Kammergericht beginnt am 27. März, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Für das Verfahren hat der Staatsschutzsenat bislang 20 Verhandlungstage geplant.
Nach den Ermittlungen soll der Syrer als Anführer einer lokalen Gruppe der sogenannten Shabiha-Miliz zwischen April und November 2011 für gewaltsame Übergriffe auf regimekritische Demonstranten im syrischen Aleppo verantwortlich gewesen sein.
Der Angeklagte und seine Milizionäre hätten mit Stöcken wahllos auf Gegner des damals herrschenden Präsidenten Bashar Al Assad (60) eingeprügelt oder sie mit Elektroschockern angegriffen, so der Vorwurf. Ein Mensch soll an den Folgen dieser Gewalt gestorben sein.
In einigen Fällen soll der 41-Jährige festgenommene Demonstranten dem Geheimdienst oder anderen Sicherheitskräften zur weiteren Folterung übergeben haben.
Angeklagter kam als Flüchtling nach Deutschland
Die Menschen seien daraufhin wochen- oder monatelang im Gewahrsam gefoltert und misshandelt worden, so der Vorwurf. Dem Angeklagten sei das bewusst gewesen.
Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft geht von insgesamt acht Fällen der Verbrechen gegen die Menschlichkeit nach dem Völkerstrafrecht aus. Nach ihren Angaben bestreitet der 41-Jährige die Vorwürfe. Der Mann wurde am 30. September 2025 in Berlin festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.
Nach den Angaben kam er 2015 als Flüchtling nach Deutschland und beantragte hier Asyl.
Titelfoto: Jens Kalaene/dpa
