Mord wegen Familienfehde: Mutmaßlicher Schütze gesteht Todesschüsse

Berlin - Nach tödlichen Schüssen auf einen 42-Jährigen in einem jahrelangen Streit zwischen zwei Familien hat einer der drei Angeklagten zugegeben, der Schütze gewesen zu sein.

Der Angeklagte soll den 42-Jährigen vor einer Shisha-Bar in Berlin-Wedding erschossen haben.
Der Angeklagte soll den 42-Jährigen vor einer Shisha-Bar in Berlin-Wedding erschossen haben.  © Morris Pudwell

Der 34-Jährige erklärte am Mittwoch zu Prozessbeginn vor dem Berliner Landgericht, er habe mit einer erneuten Eskalation gerechnet und sich spontan und allein entschlossen, eine Pistole einzusetzen.

Die Waffe habe er sich kurz zuvor zu seinem Schutz geliehen. Sein Vater und sein Cousin, die mitangeklagt sind, hätten nicht gewusst, dass er eine Schusswaffe besessen habe. Die Tat bereue er sehr.

Der 34-Jährige soll Anfang Oktober 2021 vor einer Shisha-Bar in Berlin-Wedding auf das Opfer geschossen haben. Der 42-Jährige sei durch zwei gezielte Schüsse in den Kopf getötet worden.

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Die Staatsanwaltschaft geht von einem gemeinschaftlichen Mord aus. Die drei Männer mit bosnisch-herzegowinischer Staatsangehörigkeit hätten heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen gehandelt, heißt es in der Anklage.

Der 52-jährige Vater und der 29-jährige Cousin des mutmaßlichen Schützen haben die Tat laut Anklage abgesichert.

Hintergrund der Schüsse sollen Verwicklungen sein, die sich seit 2005 von einem Streit über einen Sitzplatz in einem Kino bis 2021 zu einer Familienfehde ausgewachsen haben.

Titelfoto: Morris Pudwell

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