Mordprozess in Berlin gestartet: 25 Euro Beute für ein Menschenleben

Berlin - Nach dem gewaltsamen Tod eines 57-jährigen Mannes in Berlin-Friedrichshain hat der Mordprozess gegen einen 37-Jährigen begonnen.

Das Berliner Landgericht verhandelt den Mordprozess gegen den 37-Jährigen. (Symbolbild)
Das Berliner Landgericht verhandelt den Mordprozess gegen den 37-Jährigen. (Symbolbild)  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er seinen Bekannten mit einem Messer angegriffen und tödlich verletzt habe, um dessen Wohnung nach Geld und Wertgegenständen durchsuchen zu können.

Letztlich habe er 25 Euro und einige Lebensmittel aus dem Kühlschrank erbeutet. Ob sich der Angeklagte zu den Vorwürfen äußern wird, blieb am Freitag zu Beginn des Prozesses vor dem Berliner Landgericht offen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der deutsche Angeklagte aus Habgier, heimtückisch und zur Verdeckung und Ermöglichung einer Straftat handelte.

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Der 37-Jährige habe sich im Juli 2022 Zutritt zur Wohnung des Opfers verschafft und in Tötungsabsicht mit einem Küchenmesser mehrfach auf seinen Bekannten eingestochen. Zu Beginn des Angriffs habe der 57-Jährige geschlafen oder sei "erst unmittelbar aufgewacht", heißt es in der Anklage.

Täter stellte sich in Berlin selbst der Polizei

Etwa zwei Wochen nach dem Tod des 57-Jährigen soll der Angeklagte bei einem Polizeiabschnitt erschienen sein und angezeigt haben, dass er einen Mann getötet habe. Kurz darauf sei die Leiche entdeckt worden. Laut Ermittlungen kannten sich beide Männer seit etwa zwei Jahren aus einem Lokal und trafen sich ab und zu.

Möglicherweise habe Alkohol eine Rolle gespielt bei der Tat, teilte die Polizei damals mit. Der Verdächtige war zunächst einstweilig untergebracht worden im Krankenhaus des Maßregelvollzugs. Derzeit befindet sich der Mann in Untersuchungshaft.

Der Prozess wird am 19. Dezember fortgesetzt.

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

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