Frauen zur Prostitution gezwungen? Angeklagte schweigen vor Gericht

Chemnitz - Der Mammut-Prozess um fünf Angeklagte, die vietnamesische Frauen in Chemnitz und darüber hinaus in die Prostitution gezwungen haben sollen, geht weiter. Während am Montag am Landgericht Chemnitz unter anderem Juristen aussagten, schweigen die Angeklagten noch immer.

Thi Ly V. (54) soll die "Chefin" der Bande gewesen sein.
Thi Ly V. (54) soll die "Chefin" der Bande gewesen sein.  © Harry Härtel/Haertelpress

Laut Staatsanwaltschaft soll die Angeklagte Thi Ly V. (54) als Chefin gewirkt haben. Zusammen mit dem "Stellvertreter" Nam K. (28) und Gustav H. (55) soll sie ein Netzwerk aufgebaut haben, in dem Frauen aus Vietnam nach Deutschland gelockt und hier in die Prostitution getrieben wurden.

Sie müssen sich wegen banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern verantworten.

Alfons S. (70) soll "Hilfe" geleistet haben, indem er Wohnungen in Chemnitz angemietet haben soll (Straße der Nationen, Zeißstraße, Turnstraße), sein Sohn Maximilian (31) soll die Versorgung geleitet haben.

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Der Haftbefehl von Maximilian wurde inzwischen außer Vollzug gesetzt.

Nam K. (28) soll als Stellvertreter fungiert haben.
Nam K. (28) soll als Stellvertreter fungiert haben.  © Harry Härtel/Haertelpress
Maximilian S. (31) befindet sich wieder auf freiem Fuß.
Maximilian S. (31) befindet sich wieder auf freiem Fuß.  © Harry Härtel/Haertelpress
Alfons S. (70) soll für die Anmietung für Wohnungen der Prostituierten gesorgt haben.
Alfons S. (70) soll für die Anmietung für Wohnungen der Prostituierten gesorgt haben.  © Harry Härtel/Haertelpress

Richterin sagt aus

Auch der Tscheche Gustav H. (55) soll der Bande angehört haben.
Auch der Tscheche Gustav H. (55) soll der Bande angehört haben.  © Harry Härtel/Haertelpress

Während die Angeklagten zu den Vorwürfen weiterhin schweigen, sagte am Montag die Richterin aus, die die Haftprüfung für Alfons S. vornahm.

Damals war Alfons S. noch redselig gewesen, so die Juristin.

Sie sagte, dass Alfons bei der Vermietung der Räume "guten Glaubens gewesen sei" und nicht gedacht habe, dass etwas Illegales im Gange sei. Die Miete wäre immer pünktlich überwiesen worden. Zudem hätte das Finanzamt nie gemeckert.

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Am Mittwoch geht es in dem Prozess weiter. Die Verhandlung ist bis in den Februar terminiert.

Titelfoto: Bildmontage: Harry Härtel/Haertelpress (5)

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