Messertod in Mittelsachsen: 3D-Tatort zeigt Überlebenskampf

Ostrau - Der Prozess um den tödlichen Streit zwischen Mitarbeitern eines Kurierdienstes in Schrebitz bei Ostrau (Mittelsachsen) steht kurz vor der Zielgeraden. Ermittler zeichneten im Landgericht Chemnitz den Überlebenskampf von Gheorghe M. (21) und dem Angeklagten Sergiu P. (26) nach.

Der Einsatz des Messers sei reine Notwehr gewesen, sagt Sergiu P. (26).
Der Einsatz des Messers sei reine Notwehr gewesen, sagt Sergiu P. (26).  © Haertelpress

Mehrfach untersuchten Kripo-Beamte den Tatort in der Schulstraße. Dort lebten mehrere rumänische Arbeiter unter einem Dach. Wie bei mutmaßlichen Mordfällen üblich, nahmen die Ermittler jeden Quadratmeter unter die Lupe und erstellten mittels Panoramakamera und 3D-Technik einen virtuellen Rundgang.

Gheorghe M.s Leichnam lag in der Küche, drumherum blutige Socken und Bierflaschen. Abgebrochene Nägel zeugen von einem Überlebenskampf der Kontrahenten P. und M.

Der Angeklagte behauptet, er habe sich das Messer aus Notwehr geschnappt und damit gewehrt, da er zuvor von M. mit der Faust geschlagen worden sei. Dieser habe mehr Lohn als Angestellter beim Kurierdienst gefordert. Die Forderung sei Anlass des tödlichen Streits im Feierabend-Suff der Rumänen gewesen.

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Trotz des Geständnisses gehen die Richter in die Verlängerung und wollen den Tatablauf genau prüfen. Am 22. September wird noch ein Gutachter gehört. Danach könnte zeitnah ein Urteil fallen.

Sergiu P. drohen im Fall einer Verurteilung wegen Totschlags mindestens fünf Jahre Knast.

Titelfoto: Haertelpress

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