Trio soll Frau zu Prostitution gezwungen haben, doch das Opfer ist abgetaucht

Chemnitz - Milko A. (39), Yusein S. (40) und Vesela G. (41) aus Bulgarien sollen eine Landsfrau in die Prostitution gezwungen haben. Der Fall beschäftigt die Justiz bereits zwei Jahre.

In der Wohnung von G. und A. an der Zietenstraße soll die Geschädigte zur Prostitution gezwungen worden sein.
In der Wohnung von G. und A. an der Zietenstraße soll die Geschädigte zur Prostitution gezwungen worden sein.  © Sven Gleisberg

Ein Ende war beim heutigen Verhandlungstermin in Chemnitz nicht in Sicht. Denn: Die Geschädigte ist abgetaucht.

Das Trio soll die Frau in der Zietenstraße auf dem Sonnenberg als Prostituierte angeboten und eingesperrt haben. Die Männer hätten sie zudem verprügelt und vergewaltigt. Sie zeigte die mutmaßlichen Peiniger an, zog allerdings ihre Aussage zurück.

Unter diesen Umständen will das Amtsgericht die Geschädigte als Zeugin vernehmen. Sie widerspreche sich in ihren Aussagen, so die Richter. Das findet auch Anwältin Kerstin Börner, die die Angeklagte G. vertritt.

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Allerdings tauchte die Geschädigte bereits zum dritten Mal nicht zur Verhandlung auf. Kontaktversuche blieben erfolglos. Zuletzt schrieb ihr die Richterin persönlich einen Brief mit der Bitte, sie solle aussagen.

Wo sich die Frau aufhält, ist unklar. Das Gericht vermutet, sie könnte in Bulgarien untergetaucht sein. Einer der Verteidiger hatte die Information, sie würde sich mittlerweile in Bremen prostituieren.

Milko A. ist in einer Liebesbeziehung mit der Mitangeklagten G.
Milko A. ist in einer Liebesbeziehung mit der Mitangeklagten G.  © Haertelpress/Harry Härtel
Yusein S. soll die Bulgarin gemeinsam mit A. geschlagen und vergewaltigt haben.
Yusein S. soll die Bulgarin gemeinsam mit A. geschlagen und vergewaltigt haben.  © Haertelpress/Harry Härtel
Vesela G. ist selbst Prostituierte.
Vesela G. ist selbst Prostituierte.  © Haertelpress/Harry Härtel

Nun soll das Landeskriminalamt nochmals ihre Anschrift prüfen. Zudem soll die Polizei in Bremen untersuchen, ob ihr Aufenthalt in der Stadt bekannt ist. Für die Verhandlung wurde ein neuer Termin von Amts wegen angesetzt.

Titelfoto: Bildmontage: Sven Gleisberg, haertelpress/Harry Härtel (3)

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