Chemnitz - Am Landgericht Chemnitz findet seit Wochen ein Prozess um ein Quartett statt, das einen illegalen Prostituierten-Ring betrieben haben soll. Am Dienstag sollten zwei der Angeklagten aussagen, dazu kam es allerdings nicht: Den Verteidigern fehlten wichtige Akten.
Eigentlich sollten Carsten H. (48) und Norbert T. (68) Einlassungen abgeben.
Carsten H. wird vorgeworfen, dass er den Ring verwaltet habe, mit dem Vietnamesinnen durch falsche Versprechungen nach Deutschland gelockt wurden. Norbert T. soll für das illegale Rotlicht-Gewerbe Anzeigen geschaltet haben.
Doch die Verteidiger der Angeklagten beantragten, die Verhandlung auszusetzen. Grund: Erst kurz vor der Verhandlung am Dienstag war den Anwälten von Van N. (42) ein großer Ordner zum Fall gesendet worden - ohne dass die Verteidiger ausreichend Zeit hatten, sich in den Aktenberg einzuarbeiten.
Dem Antrag auf Aussetzung des Verfahrens gaben die Richter zwar nicht statt. Dafür wird der Prozess jedoch bis zum 7. Oktober unterbrochen. Dann sollen auch die beiden Mit-Angeklagten gehört werden.