Heroin-Junkie raubt Taxifahrer aus: "Lass los, oder ich stech' dich ab!"

Dresden - Wenn der Suchtdruck einfach zu groß wird: Am 25. Mai raubte Leander W. (27) den Taxifahrer Uwe S. (63) aus, verletzte ihn dabei mit einem Messer.

Für den nächsten Schuss ging Leander W. (27) mit einem Küchenmesser auf einen Taxifahrer (63) los.
Für den nächsten Schuss ging Leander W. (27) mit einem Küchenmesser auf einen Taxifahrer (63) los.  © Peter Schulze

Vor dem Dresdner Landgericht räumte der mehrfach Vorbestrafte ein, dass es ihm um Geld für den nächsten Schuss ging.

Mit 12 Jahren der erste Joint, mit 13 das erste Mal Crystal, zwei Jahre später dann MDMA, LSD und nun seit über einem Jahr Heroin: Leander W. ist in Sachen Betäubungsmittel mittlerweile am Ende seiner Karriere angekommen.

Entsprechend heftig reagiert er auf Entzug: "Ich war nachts gegen 3 Uhr in Pieschen", sagt er vor Gericht aus. "Um mir den nächsten Schuss zu holen, wollte ich mit dem Taxi nach Gorbitz."

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Das rief er sich und pünktlich holte ihn Uwe S. ab."Ich war gerade in der Autowäsche", so der Taxifahrer. "Eigentlich wollte ich nach Hause, da kam der Auftrag rein."

Erst ging die Karte nicht, dann war auch noch das Konto leer.

Verdächtig kam ihm der junge Mann nicht vor, und so ging die Fahrt bis in die Wendel-Hipler-Straße. Die fälligen 26 Euro wollte Leander W. mit der Karte zahlen, doch das klappte nicht. So ließ er als Pfand sein Handy zurück und machte sich zum Geldautomaten auf. Doch das funktionierte auch nicht, denn das Konto war leer.

"Ich bin dann zu einem Freund und habe das Messer geholt", sagt Leander W. "Ich dachte, wenn ich ihm das Messer vorhalte, komme ich leichter an das Geld für den nächsten Schuss."

Sonst ginge es ihm dreckig. Tatsächlich entriss er dem Taxifahrer kurz darauf mit den Worten "Lass los, oder ich stech' dich ab" die Geldbörse mit 485 Euro und 20 Schweizer Franken.

Bei dem Gerangel schnitt er dem Opfer in den kleinen Finger. Das Geld landete sofort komplett beim Dealer: "Ich bekam dafür acht Kugeln Heroin", so der Räuber.

"Mit dem Rest habe ich meine Schulden bezahlt."Schwerwiegender waren die Folgen für das Opfer: "Ich habe die nächsten Tage ganz beschissen geschlafen", sagt Uwe S. "Ich bin auch heute noch ziemlich aufgewühlt." Urteil folgt.

Titelfoto: Peter Schulze

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