Autos für den "König von Porajow" geklaut: 44-Jähriger unter Zeugenschutz verurteilt

Dresden/Porajów - Im Frühjahr raste Rafal G. (44) der Polizei noch im geklauten Hyundai davon. Doch jetzt wird der Autodieb vom LKA beschützt. Der Prozess gegen den mehrfach vorbestraften Polen am Amtsgericht Dresden wurde am Montag von Spezial-Beamten abgesichert. Denn Rafal ist Kronzeuge gegen den "König von Porajów".

Am Hyundai, den Rafal G. im März nach Polen "überführen" wollte, entstand Totalschaden. Zwar wollte der Pole zu Fuß fliehen, weit kam er aber nicht.
Am Hyundai, den Rafal G. im März nach Polen "überführen" wollte, entstand Totalschaden. Zwar wollte der Pole zu Fuß fliehen, weit kam er aber nicht.  © Polizeidirektion Görlitz

Luka Z. "herrschte" in dem kleinen polnischen Örtchen gleich hinter der Grenze, nannte sich "König von Porajów" und befehligte einen über zehnköpfigen "Hofstaat".

Laut LKA gab er gezielt den Diebstahl von hochwertigen Autos in Auftrag. In ganz Sachsen verschwanden ab Juli 2021 mehr als ein Dutzend Dodge, Cherokee, Wrangler, Transporter und Wohnmobile - im Gesamtwert von über 500.000 Euro.

Die Diebe überwanden mit Spezialwerkzeug das Keyless-Go-System der Fahrzeuge und konnten damit einfach davonfahren.

An Sixtinischer Madonna festgeklebt: Urteil für Klima-Rebellen gefallen
Gerichtsprozesse Dresden An Sixtinischer Madonna festgeklebt: Urteil für Klima-Rebellen gefallen

"Ich fuhr die Fahrzeuge nach Polen", so Rafal, der als Kurier fungierte, im Prozess. "Für mich war es wie eine Arbeitsstelle. Ich bekam pro Auto danach 400 bis 600 Euro", so der geständige Angeklagte, der bisher schon insgesamt 15 Jahre wegen ähnlicher Diebstähle hinter Gittern saß und im Knast Elektriker lernte.

Im März "überführte" Rafal gerade einen in Dresden geklauten Hyundai Kona (24.000 Euro), als die Polizei ihn entdeckte. Rafal (Drogen im Blut) trat aufs Gas, raste bei Pulsnitz von der Autobahn. In Eibau blieb der Hyundai demoliert liegen.

Rafal G. ist geständig und deshalb in großer Gefahr - verurteilt wurde er trotzdem

Zwar floh Rafal zu Fuß weiter, wurde aber vom Heli aus gesichtet. Nach der halsbrecherischen Fahrt machte er reinen Tisch, packte aus. Über seine Taten, die Bande und den König von Porajów.

Und tatsächlich: "Luka Z. wurde inzwischen verhaftet", sagte ein LKA-Beamter im Prozess. Und die Ermittlungen gegen die Bande gehen weiter: Von 16 Mitgliedern gehen die Fahnder bisher aus.

Rafal G. ist nun im Zeugenschutzprogramm. Verurteilt wurde er dennoch: drei Jahre Haft.

Titelfoto: Polizeidirektion Görlitz

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Dresden: