Baby vom eigenen Stiefpapa totgeschüttelt? So schlimm musste der kleine Marek leiden
Dresden - Der nur acht Monate alte Marek wurde am 2. September 2025 in Dresden-Gorbitz totgeschüttelt: So stellte es die Rechtsmedizinerin (47) am Montag im Prozess gegen Felix M. (30) fest. Der Stiefvater des toten Kindes hatte erst die eigene Freundin beschuldigt - und als das widerlegt wurde, die eigene Tochter (11). Doch auch das hält die Medizinerin für unwahrscheinlich.
Dass der Säugling keines natürlichen Todes gestorben war, zeigte sich schon vor der Obduktion: Röntgen und Computertomografie offenbarten bei dem Jungen gleich mehrere Schädelbrüche.
"Für uns ein Hinweis auf Gewalteinwirkung gegen den Kopf", so die Medizinerin. Bei näherer Untersuchung zeigten sich drei Brüche im Hinterhauptbein, einer im Schädeldach und einer im rechten Schädelbein.
Erschütternd: Anhand des Gewebes um die Brüche herum ließ sich feststellen, dass nur zwei dieser Brüche ganz frisch, die beiden anderen schon mehrere Tage alt waren. Marek wurde also nicht nur einmal verletzt.
Ebenso verhält es sich mit den Blutungen, die im Kopf festgestellt wurden. Auch hier waren welche bereits älteren Datums. Das lässt einen vorgeblichen Magen-Darm-Infekt vom 25. August 2025 in anderem Licht erscheinen: Die Ärztin erklärte, dass leichteres Schütteltrauma durchaus Trink- und Verdauungsprobleme bei Babys auslösen kann.
Kleiner Marek starb an Schädel-Hirn-Trauma
"Unmittelbare Todesursache ist ein nicht unfallbedingtes Schädel-Hirn-Trauma", so die Medizinerin. "Umgangssprachlich ein Schütteltrauma-Syndrom." Dazu passe auch die Schilderung der Tochter, dass Marek kurz nach der Attacke nicht mehr richtig atmen konnte.
Der Aussage des Anklagten, dass die Tochter selbst am Tod des Säuglings schuld sei, widersprach sie aber: Solche Gewalt könne nur durch einen Erwachsenen ausgeführt werden. Der Prozess wird fortgesetzt.
Titelfoto: Bildmontage: Ove Landgraf
