Dresden - Unter manchem Bett sammelt sich ja allerlei Gerümpel, aber der eigene Gras-Dealer gehört da eigentlich nicht hin: Trotzdem fand Pedro (30)* dort den Syrer Hadi el H. (20). Dieser bekam dafür am Dienstag seine erste Jugendstrafe aufgebrummt.
Kurz bevor Pedro Hadi kennenlernte, wurde er brutal überfallen und ausgeraubt. Gegen seine Angstzustände rauchte der Prohliser nach eigenem Bekunden ab und zu am Wochenende einen Joint.
Vor einem Supermarkt traf er den Syrer, der gerade Marihuana rauchte, fortan sollte Hadi ihm verkaufen. "Ich habe ihn nur vermittelt", redete sich dieser vor Gericht heraus. Doch Chatverläufe belegen, wie er sich immer wieder bei Pedro meldete und Gras verkaufen wollte.
Als dieser nicht antwortete, tauchte Hadi am 19. August bei ihm auf. "Ich habe mehrfach geklopft", sagte er. "Dann habe ich mit ein bisschen Gewalt und der Schulter die Tür aufgemacht."
In der Wohnung schnappte er sich den Laptop vom Schreibtisch, außerdem ein Glas voller Süßigkeiten und steckte dieses in einen Rucksack. Doch dann hörte er plötzlich, wie Pedro zurückkam, und versteckte sich unter dem Bett. "Ich hatte Angst."
"Gras"-Verkäufer bekommt elf Monate auf Bewährung
Tatsächlich bemerkte Pedro zwar, dass der Laptop nicht mehr auf dem Tisch lag und die Tür demoliert war, aber nicht den Dealer unterm Bett. Er rief die Polizei, die mit ihm zusammen die Wohnung inspizierte, ob noch etwas fehlt.
"Plötzlich zeigte er unter das Bett", sagte ein Ermittler. "Ich habe dann mit der Taschenlampe darunter geleuchtet. Erst sah ich da nur Umzugskartons, dann aber krause Haare!" Auf Rufe der Polizei, hervorzukommen, reagierte Hadi nicht. Die Polizisten mussten erst das Bett verschieben und ihn an den Beinen herausziehen. Danach gab er sich kooperativ.
"Es tut mir sehr leid für ihn", sagte der Angeklagte über sein Opfer. "Er ist ein guter Mann, er hat das nicht verdient." Urteil: elf Monate Jugendstrafe auf Bewährung.
*Name von der Redaktion geändert