Zoff um Gage: Clown zerrt Sarrasani vor Gericht
Dresden - Bei Geld hört die Freundschaft auf, sagt der Volksmund. So auch bei André Sarrasani (53) und Raoul Schoregge (57). Der Magier aus der berühmten Dresdner Manege und der Produzent, der auch als "Clown Coreggio" auftritt, waren jahrelang ein Team in der Welt der Illusionen und Shows. Nun aber verklagt Raoul Andre auf eine Zahlung von 23.800 Euro.
Zum Prozess am Landgericht Dresden trafen beide wieder aufeinander. "Ich bin mehr aufgeregt als vor Auftritten", sagte Raoul. "Ich hätte doch nie gedacht, dass ich ihn mal verklagen muss."
Einst war die Freundschaft eng. Bei der Beisetzung von Andrés Mutter, Zirkus-Legende Ingrid Stosch-Sarrasani (†88), im Jahr 2022, hielt Raoul sogar die Trauerrede.
In der Saison 2023/24 arbeiteten die Männer auch noch zusammen. Dabei war Schoregge neben "Clown Coreggio" in der Varieté-Show unter anderem auch Pressesprecher. Sein Vertrag lief dann am letzten Showtag im Januar 2024 aus.
Danach, so Raoul, arbeitete er für Sarrasani nahtlos weiter. Demnach wurde er in Überlegungen für die neue Show einbezogen, sorgte als Sprecher mit Berichten und Anzeigen dafür, dass Sarrasani "im Gespräch" blieb, handelte gegenüber Gläubigern gar Ratenzahlungen aus. Nur bezahlt wurde er nie. Einen offiziellen Vertrag hatte er auch nicht.
André Sarrasani: "Ich dachte, was soll der Scheiß"
André Sarrasani konnte sich das alles nicht erklären: "Vielleicht haben wir mal über eine Verlängerung gesprochen. Aber die Verträge macht meine Lebensgefährtin. Und nur schriftlich", sagte er der Richterin und bezweifelte sogar den Arbeitsaufwand, den Raoul ins Feld führte: So eine Zeitungsanzeige zum Beispiel mache er (Sarrasani) "beim Frühstück".
Er habe dessen Agieren als Hilfestellung gesehen. "Das macht man so in unserer Branche, man hilft sich", so der Magier. Er habe sich geärgert, als die Rechnung ins Haus flatterte: "Ich dachte, was soll der Scheiß?"
Merkwürdig: Im Herbst 2024 wurde Raoul Schoregge durch die Geschäftsführerin, also der Lebensgefährtin von Sarrasani, schriftlich die Zusammenarbeit gekündigt. Obwohl es offiziell gar keinen Vertrag gab.
Danach stellte Raoul die Rechnung, um die nun gestritten wird. Die Richterin will den Fall im Dezember entscheiden.
Titelfoto: Montage: Ove Landgraf, IMAGO/Andreas Weihs

