Dresden - Am Ende schützte ihn sein Alter vorm Knast! Giuseppe R. (71) hatte laut Anklage hiesige Senioren betrogen. Dafür musste der Metzger aus Neapel auf der Anklagebank im Amtsgericht Dresden Platz nehmen.
Vor Apotheke, Klinik, Bäckerei oder Gärtnerei passte Giuseppe die hochbetagten Herren (77 bis 94) laut Anklage ab: "Wir kennen uns doch von früher von der Arbeit", begann der Italiener meist überschwänglich das Gespräch und vertrieb jede Skepsis mit Umarmungen und Fragen nach dem Befinden der Familie.
Den überrumpelten Senioren erklärte er dann, dass er Geld für die Fahrt in die Schweiz benötige. Sie würden im Gegenzug "hochwertige Lederwaren" bekommen.
Die gutgläubigen Opfer nahmen Giuseppe mit heim, um ihm Bares zu geben. Wahlweise fuhr er mit ihnen sogar auf die Bank! Chauffiert von seinem derzeit untergetauchten Mittäter.
Giuseppe war nicht zimperlich. Ein Senior berichtete der Polizei, dass er ihm förmlich das Geld aus der Hand riss. Einem anderen Opfer griff der Italiener zu Hause direkt in die Schatulle, rannte mit 500 Euro davon. Gut 2600 Euro raffte der Italiener so zusammen.
Giuseppe saß mit verschränkten Armen vorm Richter, wollte sich nicht äußern. Der verlas davon unbeeindruckt die Zeugenaussagen der inzwischen größtenteils verstorbenen Opfer.
Am Ende setzte es 21 Monate Haft. "Angesichts der Tatsache, dass Sie bisher nicht vorbestraft sind und ein beträchtliches Alter haben, wird die Strafe zur Bewährung ausgesetzt", so der Richter.