"Entschuldigung!" Messer-Fuchtler von der S-Bahn darf nach fünf Monaten U-Haft wieder heim

Dresden - Na, wenn das kein Weihnachtsgeschenk ist. Heiligabend sitzt Peter K. (38) unterm Christbaum bei der Familie in Prag. Noch bis Donnerstag hockte der gebürtige Slowake in U-Haft, weil er im Suff mit einem Messer in der S-Bahn herumfuchtelte. Der Amtsrichter in Dresden ließ ihn nun frei.

Peter K. (38) darf Weihnachten daheim feiern.
Peter K. (38) darf Weihnachten daheim feiern.  © Peter Schulze

"Entschuldigen Sie bitte", sagte Peter dem Bundespolizisten im Zeugenstand, nachdem der berichtet hatte, wie sich der Produktionshelfer im Juli aufgeführt hatte.

Eigentlich überwachten die Polizisten an jenem Tag im Hauptbahnhof den Abzug der 1860-München-Fans nach einem Spiel gegen Dynamo. "Alles verlief ruhig", so der Beamte. "Aber dann kam der Funkspruch, dass in der S-Bahn jemand mit einem Messer unterwegs ist."

Auch Peter K. hatte einen Tagesausflug nach Dresden gemacht. Und dabei mächtig gebechert. Mit fast zwei Promille saß er lallend mit einem Messer im Zug und weigerte sich auszusteigen.

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"Ich kann verstehen, dass die anderen Angst vor mir hatten", so Peter, den die Polizisten regelrecht aus dem Wagon schleifen mussten. Noch im Gewahrsam tobte er, versuchte Kopfnüsse zu verteilen und drohte "I kill you".

Seither hockte er in U-Haft, trank natürlich keinen Tropfen Alkohol mehr, arbeitete im Knast. "Ich habe Geld, kann sofort mit dem Bus nach Prag fahren", so Peter.

Der Amtsrichter zeigte sich milde. Er verurteilte ihn zu einem Jahr Haft, setzte die Strafe zur Bewährung aus und ließ den Slowaken ziehen.

Titelfoto: Peter Schulze

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