Entzündliche Fehde: Germanist soll Auto von Ex-Politiker abgefackelt haben

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Dresden - Laut Anklage machte Rodion L. (34) einem Landsmann das Leben in Dresden schwer. Der Germanist aus der Ukraine soll das Auto der Familie abgefackelt, an der Wohnungstür gezündelt, den Familienvater vermöbelt und dessen Rad demoliert haben. Im Prozess am Amtsgericht Dresden ist die Beweislage dürftig. Bisher fehlen Zeugen und Motiv.

Literaturwissenschaftler Rodion L. (34) schweigt im Prozess.
Literaturwissenschaftler Rodion L. (34) schweigt im Prozess.  © Peter Schulze

So brannte im Dezember 2025 in Striesen der Lexus RX der Familie von Oleksandr Z. (50). Laut Anklage hatte Rodion ihn angesteckt. Die Flammen zerstörten auch einen Tiguan und die Hausfassade. Schaden: 115.000 Euro. Auch die Fußmatte vor der Wohnung soll er angezündet haben.

Der Angeklagte schweigt. Augenzeugen gibt es bisher für keine der Taten. Oleksandr, bis 2014 Politiker in der Ukraine, erklärte, er war mit Rodion und dessen Vater befreundet.

Der Kontakt brach ab, als der Angeklagte ungefragt 300 Euro vom Konto des Politikers abhob. Dessen Frau (49) berichtete von beschmierten Hauswänden: "Da stand unser Name und irgendwas von Korruption", so die Zeugin.

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Als sie auf Rodion traf, habe er erklärt: "Ich bin böse auf deinen Mann." Warum, habe sich ihr nicht erschlossen.

Gutachter soll Psyche des Angeklagten beurteilen

Ein Motiv sieht auch der Ex-Politiker, immerhin noch Verbandspräsident in der Ukraine, nicht: Er habe keine Feinde, auch nicht wegen seiner früheren Tätigkeit. Inzwischen lebt die Familie in Berlin.

Um zu prüfen, ob Rodion ein psychisches Problem hat, ist ein Gutachter involviert. Bisher hat sich der Angeklagte aber nicht untersuchen lassen. Kurz: Es wird ein langer Prozess, bis ein Urteil fällt.

Titelfoto: Peter Schulze

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