Er wurde mit Kriegswaffen im Wohnwagen auf der A4 erwischt: Holländer packt vor Gericht aus

Dresden - Der Anblick auf der Autobahn hätte profaner nicht sein können: Ein Holländer fährt einen Wohnwagen. Doch Heinrich B. (55) fuhr nicht von Campingplatz zu Campingplatz, um die Gegend zu erkunden. Der Kühltechniker hatte bis unters Dach Kriegswaffen geladen, als die Polizei ihn bei Nossen stoppte. Nun war Prozess am Amtsgericht Dresden.

Fast fünf Monate saß Heinrich B. (55) in U-Haft und kam nun in Handschellen zum Prozess. Das Gericht verließ er als freier Mann.
Fast fünf Monate saß Heinrich B. (55) in U-Haft und kam nun in Handschellen zum Prozess. Das Gericht verließ er als freier Mann.  © Peter Schulze

"Das war eine dumme Idee. Erklären kann ich das nicht", so der Angeklagte, der in Deutschland bisher nicht vorbestraft war, in Holland allerdings elf kleinere Eintragungen im Strafregister hat. Für einen Bekannten sollte er in Tschechien "ein paar Waffen" holen. Sein Lohn: 1500 Euro und die kostenlose Nutzung des Wohnmobils.

So fuhr Heinrich im Juni von Holland über Deutschland und Polen bis nach Tschechien. Dort packte ihm ein "Lieferant" an einem Garagenkomplex nahe Bartovice 15 Maschinengewehre, 50 Pistolen, 1000 Schuss Munition, 48 Magazine, 30 Läufe, 33 Griffstücke in Kisten und IKEA-Tüten ins Auto.

"Danach fuhr ich sofort zurück", so Heinrich. Allerdings: Die niederländische Polizei ermittelte schon und tschechische Beamte observierten die Übergabe.

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Die alarmierte sächsische Polizei zog das Fahrzeug an der A4 aus dem Verkehr.

Mit diesem gemieteten Wohnmobile "chauffierte" der Holländer massenweise Waffen.
Mit diesem gemieteten Wohnmobile "chauffierte" der Holländer massenweise Waffen.  © Polizei / Repro:Peter Schulze
Waffen wie diese, vom Typ Maschinenpistole "Skorpion", wurden von der Polizei im Wohnmobil beschlagnahmt. (Symbolbild)
Waffen wie diese, vom Typ Maschinenpistole "Skorpion", wurden von der Polizei im Wohnmobil beschlagnahmt. (Symbolbild)  © Zoll Dresden

Angeklagter verlässt das Amtsgericht Dresden als freier Mann

"Sie haben sich zum Handlanger des organisierten Verbrechens gemacht", so der Richter zum Angeklagten. "Das war eine erhebliche Menge an Waffen. Die sind nur dazu da, andere zu erledigen." Heinrich, der seither in U-Haft saß, nickte. "Ja, das weiß ich. Deshalb habe ich auch kooperiert."

Ein Fahnder berichtete: "Er nannte Hintermänner. Es gab danach Festnahmen in der Slowakei, Tschechien, Belgien und den Niederlanden. Weitere Waffen wurden beschlagnahmt."

Diese Mithilfe honorierte die hiesige Justiz. Heinrich bekam zwei Jahre Haft, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Er verließ das Gericht als freier Mann. Überglücklich nahm ihn seine Freundin nach Holland.

Titelfoto: Montage: Peter Schulze (2)

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