Böller-Bubi wehrt sich gegen Arbeitsstunden: "Ich bin ein fauler Mensch"
Dresden - Schon die Namen klingen gefährlich: Bad Bulldog, Horror II, Gorilla Bomb, Muerte oder Viper I. Derlei Böller der Kategorie F3 sind für Privatpersonen nicht erlaubt. Doch laut Anklage bestellte sich Jayson Z. (19) die Teile im Internet. Jetzt saß er deshalb vorm Amtsrichter in Dresden.
Im Dezember 2024 zog der Zoll das Paket aus dem Verkehr. Darin waren 215 Böller (Nettosprengstoff: über 400 Gramm).
Mehr als 100 dieser Knaller gehörten zur Kategorie F3 - gefährliche Geschosse, die nur von zugelassenen Profis in speziellen Behältern transportiert werden dürfen.
Jayson, der im Supermarkt jobbt und nach eigenen Angaben vor etwa 30 Followern live im Internet zockt, sagte: "Ich bin eine Person des öffentlichen Lebens und machte den Fehler, im Livestream meine Adresse anzugeben. Da hat jemand bestellt, der mich nicht leiden kann", sagte er.
Der Richter konterte: "Die Ware kostet rund 80 Euro. Wer gibt so viel Geld aus, um Ihnen eins auszuwischen?" Und: "Der Besteller hätte sicher sein müssen, dass der Zoll ausgerechnet das Paket kontrolliert." Kurz: "Ich glaube Ihnen die Geschichte nicht."
Als die Staatsanwältin zur Strafe Arbeitsstunden für Jayson forderte, rollte der mit den Augen: "Also ich bin ein fauler Mensch. Ich arbeite ungern für nichts."
Wieder konterte der Richter: Er brummte Jayson zehn Stunden gemeinnütziger Arbeit auf und sagte: "Das sollten Sie hinkriegen, ohne dass Ihnen ein Zacken aus der Krone fällt."
Titelfoto: Bildmontage: Peter Schulze, Daniel Förster
