Ex-Freund sagt im NSU-Prozess aus: Wie tief steckte Zschäpes Freundin mit drin?

Dresden - Wie tief steckte Susann E. (44) in der Neonazi-Szene? Die Bundesanwaltschaft wirft der Zschäpe-Freundin vor, den terroristischen "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) unterstützt zu haben. Um etwas über ihre Gesinnung zu erfahren, musste am Donnerstag auch ihr Ex-Freund David L. (43) aussagen.

Susann E. (44) muss sich wegen Terrorunterstützung vor Gericht verantworten.  © TAG24

Der Zwickauer Hüne war jahrelang kein Kind von Traurigkeit, hat Vorstrafen wegen Gewaltdelikten und Nazipropaganda. "Ich war rechts", sagt David L. als einer der wenigen Zeugen aus dem Umfeld von Susann E. ganz offen. Sogar extrem rechts.

Heute will er das nicht mehr sein. Susann E. sei eine seiner ersten Freundinnen gewesen - und "leicht rechts". So seien früher in Zwickau fast alle gewesen.

Bloß: So "leicht" rechts scheint das Umfeld wohl nicht gewesen zu sein, denn der Zwickauer bestätigt, dass Susann E. mit bei der Kneipenschlägerei vom 21. April 2001 in der Biker-Bar "Big Twin" war.

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"Ich war betrunken und habe dann Streit angefangen", sagt David L. "Und habe auf die Fresse bekommen."

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NSU-Prozess um Zschäpe-Freundin: Terror-Trio lieh Filme auf ihren Namen aus

Die Terroristen Beate Zschäpe (51, v.l.), Uwe Böhnhardt (†34) und Uwe Mundlos (†38) liehen sich mit den Daten der Angeklagten 300 Filme aus.  © dpa/Frank Doebert/Ostthüringer Zeitung/

Mit dabei war auch Ralf "Manole" M. (54), der Neonazi, der von 1992 bis 2002 als V-Mann für den Verfassungsschutz aussagte.

Dass es bei dem Streit um eine Feier des Hitler-Geburtstags ging, erwähnte David L. am Donnerstag nicht. Für die Schlägerei kassierte er damals 80 Arbeitsstunden.

Dass der Kontakt zu Susann E. für das NSU-Trio Annehmlichkeiten mit sich brachte, bestätigte auch der Zeuge Anthony M. (43).

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Der betrieb in Zwickau eine Videothek, in der Beate Zschäpe (51) mit den Personalien von Susann E. angemeldet war. Die sei dort ab und an mit Uwe Böhnhardt (†34) und Uwe Mundlos (†38) aufgetaucht.

Rund 300 Filme hätten diese ausgeliehen, bis ab November 2011 plötzlich niemand mehr gekommen sei.

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