Ex-Panzerfahrer klaut gern Autos und prellt die Zeche

Dresden - "Ich wusste mir nicht anders zu helfen", sagte Enrico L. (54) am Amtsgericht Dresden. Dort wurde der gelernte Fliesenleger, der zahlreiche Rechnungen schuldig blieb, verurteilt. Er muss nun zweieinhalb Jahre in Haft.

Ex-Panzerfahrer Enrico L. (54) fährt nun in den Knast ein.
Ex-Panzerfahrer Enrico L. (54) fährt nun in den Knast ein.  © Peter Schulze

So bekam Enrico in einem Autohaus in Berlin einen Renault zur Probe, kam mit dem 30.000 Euro teuren Wagen aber nie wieder. Auch die Schlüssel für einen Twingo, dessen Innenraum er sich angeblich ansehen wollte, behielt er. Nach Ladenschluss klaute Enrico das Auto und fuhr damit davon.

In Dresden und Umgebung betankte er den Twingo zweimal, ohne zu bezahlen.

Als die Polizei ihn in Bannewitz stoppte, stellte sie fest: Der Twingo ist geklaut und unversichert, die Kennzeichen falsch und Enrico hat nicht mal einen Führerschein.

Enrico nutzt die Autos zum Schlafen

"Ich machte in der Armee den Führerschein, war Panzerfahrer", so der geständige Angeklagte. "Später waren alle Papiere weg und ich konnte den Schein nicht umschreiben lassen." Aus Trotz war er seither ohne Führerschein unterwegs, kam auf die schiefe Bahn, hat über 20 Vorstrafen.

"Nach meiner letzten Entlassung in Berlin arbeitete ich in einem Flüchtlingsheim, fand aber keine Wohnung. Die Autos nutzte ich zum Schlafen."

Wahlweise buchte er sich "quer durch Deutschland" unter falschen Namen in Pensionen ein, ohne zu zahlen. Die Anklage listete allein fünf Unterkünfte zwischen Meißen und Dresden auf.

"In Saus und Braus lebten Sie wahrlich nicht", sagte der Richter, der Enrico dennoch in den Knast schickte.

Titelfoto: Peter Schulze

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