Fahrerflucht aus Versehen: Rentner gibt freiwillig Führerschein ab

Dresden - Wer seinen Fehler einsieht und Reue zeigt, kann am Amtsgericht Dresden auf Milde hoffen. So erging es jetzt Karl S. (81). Der hochbetagte Senior saß wegen Unfallflucht auf der Anklagebank. Verurteilt wurde der Golf-Fahrer nicht. Denn er gibt freiwillig seinen Führerschein ab.

Rentner Karl S. (81) erklärt vor dem Amtsgericht Dresden seine Zeit hinterm Steuer für beendet.
Rentner Karl S. (81) erklärt vor dem Amtsgericht Dresden seine Zeit hinterm Steuer für beendet.  © Montage: Peter Schulze, Franz Maler

Absicht war das sicher nicht: Auf dem Parkdeck vom Kaufpark Nickern suchte der Rentner im September einen Stellplatz. Beim Rangieren schrammte er einen dort stehenden Skoda Superb und fuhr weiter. Es entstand ein Schaden von 7400 Euro, den inzwischen die Versicherung regulierte.

"Meine Frau und ich hatten Termine. Wir wollten zum Friseur", so der Senior, der seit Jahrzehnten Auto fährt, nie einen Eintrag im Straf- oder Verkehrsregister hatte.

"Ich stehe dazu, dass ich den Schaden verursacht habe. Aber wir haben beide davon nichts mitbekommen. Das tut mir alles sehr leid." Und er erzählte dem Richter: "Ich habe große Probleme mit meinen Knien. Fahre nur noch kleine Strecken. Ich habe schon überlegt, ob ich meinen Führerschein nicht besser abgebe." Dazu kommt: "Es ist unklar, ob mein Golf noch mal TÜV bekommt. Und ein anderes Auto möchte ich nicht fahren."

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Der Richter bestärkte ihn in seiner Überlegung und erklärte: "Wenn Sie die Fahrerlaubnis freiwillig abgeben, stelle ich das Verfahren ein." Karl S. stimmte sofort zu.

In den nächsten vier Wochen übergibt er das Dokument der Behörde und gilt weiterhin als unbescholtener Bürger. Heim fuhr er übrigens mit der Bahn ...

Titelfoto: Montage: Peter Schulze, Franz Maler

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