Filmreif, aber chancenlos: Dresdner Zimmermann wird zum rasenden "Transporter"
Dresden - Zimmermann Hannes P. (43) legte im Transporter eine filmreife Flucht vor der Polizei hin. Doch anders als im Action-Streifen "Transporter" mit Jason Statham endete diese rasende Fahrt nicht mit Ruhm, sondern auf der Anklagebank im Amtsgericht Dresden. Dort gab Hannes an, aus "Angst" davongefahren zu sein.
Eigentlich war der Besatzung des Streifenwagens im Juli 2025 nur aufgefallen, dass der Transporter an der Ampel hinterm Neustädter Bahnhof mit abgelaufener HU-Plakette unterwegs war.
Der Fahrer sollte darauf hingewiesen werden, hätte ein Ordnungsgeld von maximal 80 Euro kassiert. Es kam anders. "Er ignorierte Sirene und Blaulicht und gab Gas", so der Polizist (29).
Was folgte, war hollywoodreif: Durchs Barockviertel, zum Albertplatz, über die Radeberger Straße, durchs Waldschlößchenareal, entlang der Bautzner Straße, hinab zum Körnerplatz und dann Richtung Pillnitz ging die wilde Fahrt.
Rote Ampeln, Gegenverkehr, Geschwindigkeitsbeschränkungen, Vorfahrtsstraßen - alles egal. Mehrfach rammte der Transporter Polizeiautos, am Körnerplatz stieß er gegen einen Seat, der gegen eine Ampel krachte.
"In Pillnitz fuhr er runter Richtung Schloss, über die Wiese und den Wanderweg entlang", so ein weiterer Polizist (30). "Da waren Fußgänger, Radfahrer, spielten Kinder im Gras", zählte er die Gefahren auf.
Bewährungsstrafe für rasenden Zimmermann
Dann fuhr sich der Fluchtwagen fest, Hannes P. wurde gefasst. "Ich hatte Angst vor der erneuten Auseinandersetzung", so der Zimmermann, dem einen Monat zuvor wegen Drogen am Steuer der Führerschein abgenommen wurde.
Von Angst bemerkten die Beamten vor Ort nichts: "Er sagte, wir sind schuld. Wir hätten ihn durch die Stadt gejagt."
Den Führerschein ist der Zimmermann nun los. Außerdem verdonnerte ihn der Richter zu sieben Monaten Haft. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.
Und weil er bei der Verfolgungsjagd wieder Drogen im Blut hatte, soll er zur Suchtberatung gehen.
Titelfoto: Bildmontage: Peter Schulze, xcitepress/Benedict Bartsch
