Größter Heroin-Fund aller Zeiten: Jetzt steht der mutmaßliche Drahtzieher in Dresden vor Gericht
Dresden - Es war der bisher größte Heroin-Fund in Deutschland - und die Spur führte nach Sachsen. Im Sommer 2022 zog der Zoll in Hamburg 700 Kilo Rauschgift aus einem Schiffscontainer. Getarnt als Seife aus dem Iran sollte die Lieferung nach Grumbach in ein Lager gehen. Die daraufhin festgenommenen Tatbeteiligten kassierten inzwischen sehr lange Haftstrafen. Nun sitzt am Landgericht Dresden der mutmaßliche Drahtzieher Nihat Ö. (58) auf der Anklagebank.
Im November 2024 wurde der "Broker für Gold und Silber" in Rotterdam verhaftet. Der Staatsanwalt ist sicher, dass er mit anderen Bandenmitgliedern mehr als zwei Tonnen Heroin über den Land- oder Seeweg nach Europa brachte, in seinem Auftrag der Stoff vor allem in Holland verkauft wurde.
Darunter waren auch drei Lieferungen "Seife" aus dem Iran, die nach Sachsen gingen. In den Verpackungen waren je 700 Kilo Heroin!
Die letzte Tour fing der Zoll ab ...
Die Fahnder ermittelten, dass Nihat sogar die Seifenformen vorgab, in die das Rauschgift gepresst wurde. Er gab demnach auch Geld für eine neue Maschine zum Verarbeiten des Heroins, organisierte Rohopium und Heroinbase.
Die Anwälte von Nihat sprachen zum Prozessauftakt davon, dass ihr Mandant unschuldig in U-Haft sitzt, die Strafverfolger "einseitig" ermittelt hätten. Mit auf der Anklagebank sitzen zwei Bandenmitglieder, die bereits hohe Strafen wegen der "Seifenlieferung" absitzen, denen nun weitere Taten vorgeworfen werden. Auch sie schweigen derzeit.
Der Prozess wird fortgesetzt.
Titelfoto: Bildmontage: Peter Schulze, picture-alliance / dpa
