Intensivtäter bekommt sein nächstes Urteil: Er nennt sich Stalin im Knast und glaubt, der Boss zu sein

Dresden - Selbstbewusstsein hat er. Andree K. (38) nennt sich selbst den "Boss" vom Knast. Und immer wieder hat der gebürtige Kasache Ärger mit der Justiz. Als er jetzt vorm Amtsrichter in Dresden saß, pöbelte Andree auch noch von der Anklagebank aus. Verurteilt wurde der Intensivtäter trotzdem.

Im Knast am Hammerweg in Dresden machte Andree K. (38) so viel Rabatz, dass er in einen Sicherheitsraum verlegt wurde.
Im Knast am Hammerweg in Dresden machte Andree K. (38) so viel Rabatz, dass er in einen Sicherheitsraum verlegt wurde.  © Ronald Bonss

Eigentlich sitzt Andree K. im Knast von Burg (Sachsen-Anhalt). Derzeit verbüßt er sechs Jahre wegen räuberischer Erpressung. Er saß aber auch schon wegen versuchten Totschlags. Der Kasache hatte einen Autofahrer gefesselt in die Saale geworfen, weil er dessen Golf haben wollte.

Auch im Knast stiftet Andree immer wieder Unruhe. Die Folge: Er wird sicherheitsverlegt in andere Haftanstalten.

So auch in die JVA Dresden, wo er zudem innerhalb der Anstalt verlegt werden sollte.

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Was ihm überhaupt nicht passte: "Du weißt wohl nicht, wer ich bin?", erklärte der aufgepumpte Häftling dem Mitarbeiter.

"In Burg bin ich der Boss. Draußen war ich Boxer." Er verbitte sich eine Verlegung, würde die Beamten umhauen. Man könne ja das SEK holen. Als die Vize-Chefin der Anstalt schlichten wollte, pöbelte Andree die Frau an.

Gebracht hat es nichts: Der "Boss" landete für mehrere Monate in einer besonders gesicherten Zelle, entschuldigte sich Wochen später kleinlaut.

Andree K. (38) wurde von drei Beamten der Spezialsicherungseinheit der Justiz zum Prozess gebracht, bewacht und war während der gesamten Verhandlung an den Füßen gefesselt.
Andree K. (38) wurde von drei Beamten der Spezialsicherungseinheit der Justiz zum Prozess gebracht, bewacht und war während der gesamten Verhandlung an den Füßen gefesselt.  © privat

Eine Anklage gab es trotzdem, die wurde nun verhandelt. Was Andree wieder auf die Palme brachte: "Mach' Deine Arbeit, ich habe keine Zeit", schnauzte er den Richter an.

Nach seinem Namen gefragt, schnaubte er: "Ich bin Herr Stalin." Später gab er zu Protokoll, dass sowohl der Staatsanwalt als auch der Richter "nicht ganz dicht" seien. Urteil: 180 Euro Strafe. Und vermutlich wird der Staatsanwalt gegen den "Boss" wegen Beleidigung gleich die nächste Anklage schreiben ...

Titelfoto: privat

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