Irrer Streit um Wiesen-Landung: Bauer rastet aus und überfährt Ballon

Pirna - Ballonfahrten sind beliebt. Bei gutem Wetter schweben zahlreiche dieser Fluggeräte übers Land. Doch alle müssen wieder auf die Erde. Aber als so ein Gefährt auf der Wiese von Bauer Matthias R. (66) landete, flippte der aus und saß nun vor der Amtsrichterin in Pirna. Er "überfuhr" mit seinem Jeep einen Ballon.

Landwirt Matthias R. (66) ist von den Ballon-Landungen auf seinem Acker genervt.
Landwirt Matthias R. (66) ist von den Ballon-Landungen auf seinem Acker genervt.  © Peter Schulze

"Die landen immer auf meiner Wiese", schimpfte der Bauer aus Lohmen. Als im September 2021 wieder einer aufsetzte, sprang er ins Auto.

Luftschiffer Mario Z. (52) packte mit den Passagieren gerade den auf der Erde liegenden, luftleeren Ballon zusammen, als der Jeep auf sie zuraste. "Ich sah Menschen und den Korb. Mehr nicht. Mir stand die Sonne ins Gesicht", so der Landwirt, der mit "blockierenden Reifen" (O-Ton eines Zeugen) auf dem Ballon zum Stehen kam.

"Er schimpfte, wir Idioten sollten uns vom Grundstück machen", so Pilot Mario. Schwerlich, wenn der Bauer auf dem Ballon parkt. "Er ließ kaum mit sich reden. Letztlich borgten mir die Passagiere Geld. Mit 30 Euro gab er sich zufrieden und zog wieder ab", so der Pilot.

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Der Landwirt räumte ein: "Ja, ja. Die anderen gaben mir auch immer so um die 20 Euro." Ohne Quittung ...

Denn, das ist offenbar für viele betroffene Landwirte das größte Ärgernis: Zwar dürfen die Ballons überall landen, für den Flurschaden muss aber aufgekommen werden. Wofür aber viele Formulare auszufüllen sind.

Der Ballon, den Bauer R. einst überfuhr, ist wieder im Einsatz - sicher, stabil und geprüft.
Der Ballon, den Bauer R. einst überfuhr, ist wieder im Einsatz - sicher, stabil und geprüft.  © privat
Pilot Mario Z. (52) musste sich wüst beschimpfen lassen.
Pilot Mario Z. (52) musste sich wüst beschimpfen lassen.  © Peter Schulze
Auf dieser Wiese in Lohmen landete der Ballon. Danach gab es Knatsch.
Auf dieser Wiese in Lohmen landete der Ballon. Danach gab es Knatsch.  © Peter Schulze

Der Ballon musste für rund 3000 Euro repariert werden. Zwar gab es am Dienstag noch kein Urteil. Aber Bauer R. hat für sich schon eine Lösung gefunden. "Ich höre auf mit der Landwirtschaft. Damit kann sich dann der Pächter rumschlagen ..."

Titelfoto: Peter Schulze

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