Jungs betäubt und vergewaltigt: Neue Vorwürfe gegen den "Biggest Loser"
Dresden - Mit dem Basecap, das er verkehrt herum auf dem Kopf trägt, sieht Pierre K. (37) aus, als wäre er auf einer fröhlichen Klassenfahrt. Doch der Vertriebsmitarbeiter sitzt wegen mehrfacher Vergewaltigung auf der Anklagebank im Landgericht Dresden!
Dem einstigen "The Biggest Loser"-Kandidaten drohen sowohl eine lange Haft als auch die Sicherungsverwahrung. Laut Anklage hat das ehemalige Reality-TV-Sternchen Jugendliche unter Drogen gesetzt und missbraucht.
Bereits im Frühjahr begann der Prozess gegen den einstigen Sat.1-Kandidaten. Laut Anklage veranstaltete Pierre in seiner Löbtauer Wohnung Partys, bei denen er Kindern und Jugendlichen Drogen überließ.
Mehr noch: Zahlreiche Opfer wurden mit MDMA oder K.o.-Tropfen gefügig gemacht, anschließend missbraucht. Viele Taten filmte Pierre, hortete Kinderporno-Bilder. Der Staatsanwalt listete mehr als 170 Vorwürfe auf.
Während des Prozesses tauchten weitere Vorwürfe auf. Wegen Vergewaltigungen! Demnach verabreichte er einem Bekannten während einer Party K.o.-Tropfen.
Urteil nicht vor November
Als das Opfer wehrlos war, wurde es gefesselt, geknebelt und sowohl von Pierre als auch von anderen Männern vergewaltigt. Auch einen anderen Bekannten soll der Angeklagte mit Drogen betäubt und anschließend vergewaltigt haben.
All das wird nun gemeinsam verhandelt. Sein Anwalt kündigte an, dass Pierre zwar kein voll umfassendes Geständnis ablegen, aber "umfassend aussagen" wird. Heißt: Die Große Jugendkammer muss zahlreiche Zeugen hören. Ein Urteil wird nicht vor November erwartet.
Titelfoto: Peter Schulze
