Klamottendieb blieb im Container stecken, jetzt muss er hinter Gitter

Dresden - Es dauerte genau neun Monate von seiner Einreise bis zum ersten Urteil in Deutschland. Aber Tengiz S. (38) versprach dem Amtsrichter in Dresden am gestrigen Donnerstag, möglichst bald wieder auszureisen - zurück in seine Heimat. Vorerst aber muss der Georgier jedoch hinter Gitter. Er hatte reichlich geklaut, musste dabei sogar von der Feuerwehr aus einem Container gerettet werden.

Tengiz S. (38, r.) muss für seine Klautouren hinter Gitter.
Tengiz S. (38, r.) muss für seine Klautouren hinter Gitter.  © Peter Schulze

Im Mai riefen nachts Anwohner aus dem Hechtviertel die Polizei. Im Altkleidercontainer an der Gutschmiedstraße würde es mächtig rumpeln.

Die Ordnungshüter eilten herbei und brachten die Kameraden der Feuerwehr gleich mit. Sie mussten Tengiz aus einer misslichen Lage befreien.

Er war durch die Klappe in den vollen Container gestiegen, konnte sich darin kaum bewegen und schon gar nicht alleine wieder herauskrabbeln. Gut 600 Euro kostet das Öffnen des Behälters.

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Dabei hätte Tengiz, der eigentlich Bauingenieur ist, keine Beute mehr wegschleppen können.

"In den Taschen seines Rades wurden Unmengen gestohlener Kleidungsstücke sichergestellt", so der Richter.

Tengiz S. klaute Klamotten, Technik und Haushaltsgegenstände

So entdeckte die Polizei Tengiz im Altkleidercontainer, nachdem die Feuerwehr den Behälter geöffnet hatte.
So entdeckte die Polizei Tengiz im Altkleidercontainer, nachdem die Feuerwehr den Behälter geöffnet hatte.  © Polizei

Der Georgier war im Februar nach Deutschland gekommen, hätte im März wieder ausreisen müssen, klaute stattdessen in zahlreichen Geschäften der Innenstadt Klamotten, Technik und Haushaltsgegenstände im Wert von rund 2500 Euro.

"Er wollte damit seine Familie unterstützen", erklärte sein Verteidiger.

Zwar wurde Tengiz oft erwischt und wusste, dass die Polizei gegen ihn ermittelt, doch er machte weiter, tauchte immer wieder unter und letztlich im wahrsten Sinne im Container wieder auf.

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Nun setzte es eine Haftstrafe von zwei Jahren. Nach gut der Hälfte der Zeit wird er wohl abgeschoben werden.

Ob er wirklich zurück nach Georgien geht, ist dabei fraglich. Seine Frau arbeitet als Altenpflegerin in Italien.

Titelfoto: Polizei, Peter Schulze

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