Klau mit dem Joghurtbecher-Trick: Raddieben drohen lange Haftstrafen
Dresden - Die dreisten Raddiebe mit den Joghurtbechern. Jetzt drohen ihnen massive Haftstrafen. Zum Prozessauftakt am Landgericht Dresden gegen Sebastian K. (51) und Michal P. (38) stellte der Staatsanwalt klar, dass acht und sechs Jahre Knast für die Polen im Raum stehen.
Prompt kündigten die mehrfach vorbestraften Kriminellen Geständnisse an, um die Haftzeit zu verringern.
Sebastian und Michal gehören laut Anklage zu einer Bande, die in Sachsen zwischen Mai 2025 und Januar 2026 Radgeschäfte plünderte. Dabei war der Trupp nicht zimperlich: Laternen wurden zerschlagen, Überwachungskameras mit Joghurtbechern "außer Gefecht" gesetzt, Türen demoliert.
Allein der Sachschaden beträgt fast 30.000 Euro! Dazu kommen 57 hochwertige Räder (meist E-Bikes) im Gesamtwert von 214.000 Euro, welche die Langfinger nachts klauten.
Laut Staatsanwalt sollten die Räder, die in Dresden, Borna, Freital und Pirna verschwanden, in Polen verhökert werden.
Zeugen fiel ein komischer Laub-Hügel in Dresden-Klotzsche auf
Auch "Rückschläge" hielten sie nicht auf: Im September 2025 klaute die Bande 24 E-Bikes in Dresden-Klotzsche, versteckte die Beute in der Heide unter Laub. Doch der "neue Hügel" fiel Zeugen auf, die Polizei kam.
Während Sebastian mit dem Transporter eine geeignete Stelle zum Verladen suchte, gingen Michal und Mittäter Kamil K. (25, inzwischen verurteilt) der Polizei im Wald ins Netz. Sie hatten Einbruchswerkzeug dabei, an den Rädern waren noch die Preisschilder.
Sebastian konnte fliehen, die anderen beiden kamen in U-Haft. Doch gut 14 Tage vor dem Prozess im Dezember entließ das OLG Michal aus dem Knast. Der tauchte prompt unter, schwänzte die angesetzte Verhandlung - und machte weiter!
Als die Polizei im Januar 2026 nachts zu einem Einbruch in ein Rad-Geschäft in Freital gerufen wurde, war Michal wieder dabei - und kam wieder in U-Haft. Urteil folgt.
Titelfoto: Montage: Eric Münch (2), Peter Schulze

