Messerattacke und fliegender Feuerlöscher: Haft und Entzug für Koks-Randalierer
Dresden - Zweimal kommt er beim selben Richter nicht damit davon: Am 27. Januar verurteilte das Dresdner Amtsgericht Mohamad Q. (20) zu einem Jahr und sieben Monaten Haft wegen bewaffneten Drogenhandels - auf Bewährung, weil er versprach, einen Entzug zu machen. Am Dienstag saß der Algerier vorm selben Richter, weil er am 9. Mai auf Drogen randalierte und einen Mitbewohner mit Messer und Feuerlöscher angriff.
Sulaiman A. (26) hat zwei Narben - warum, weiß er bis heute nicht: "Ich habe geschlafen, da hat jemand geklopft", sagt er. "Ich habe die Tür aufgemacht, der hatte ein Messer in der Hand."
Gemeint ist sein Nachbar Mohamad Q., der erst vor ein paar Tagen im Heim ins Nachbarzimmer gezogen war. Miteinander zu tun hatten die beiden bisher nicht.
Mit dem Cuttermesser verpasste der Angeklagte seinem Opfer einen Schnitt im Nasenflügel und einen im Arm. Sulaiman A. flüchtete, bekam noch einen Feuerlöscher hinterhergeworfen.
Mohamad Q. behauptet, erst mit Sulaiman gekokst zu haben und dass dieser ihn angegriffen habe. Er hätte sich gewehrt, aber ohne Messer. Eine glatte Lüge, denn alle Zeugen bestätigten die Version des Angegriffenen.
Weil Mohmad Q. in einem anderen Heim alle seine Möbel für 580 Euro kaputtgeschlagen hatte, mit Kokain-Beutelchen im Mund erwischt wurde und die Klingelanlage eines Neubaus für 23.000 Euro mit einem Stein zerstört hatte, muss er nun für zwei Jahre und zehn Monate hinter Gitter und außerdem einen Entzug machen.
Titelfoto: Steffen Füssel
