Dresden - Bizarre Szenen nachts am Großen Garten: Als Robert R. (59) mit seinem "Chiko" Gassi ging, versuchte Edris S. (35), ihm den Hund zu entreißen. Bello, Herrchen und der Angreifer landeten im Gleisbett und der Fall nun vorm Amtsrichter in Dresden.
Robert ist bis heute erschüttert: "Ich weiß einfach nicht, was das sollte." Der ihm fremde Edris rannte im April 2024 auf ihn zu: "Arschloch! Gib Hund!", soll der Angreifer mehrfach gerufen, den Ex-Artisten geprügelt haben.
Robert und "Chiko" brachten sich an der nahen Haltestelle in Sicherheit. Vergeblich: Edris folgte, riss an der Hundeleine. "Und er biss mir in die Hand", so Robert.
Das Trio landete im Gleisbett. "Dabei brach er mir den Finger", so Robert, der bis heute Probleme hat. Eine Bahn musste eine Vollbremsung hinlegen.
Auch, als die Polizei vor Ort war, beruhigte sich der offenbar betrunkene Edris nicht. Er verweigerte das Zeigen der Papiere, randalierte im Polizeiauto, schlug nach den Beamten.
Zur Sicherheit kam er in eine Klinik, von wo der Deutsch-Afghane, der nach eigenen Angaben einst für die NATO im Nahen Osten arbeitete, Stunden später ohne Befund entlassen wurde.
Beschuldigter zu Haftstrafe verurteilt
Die Justiz hatte von Taxifahrer Edris dafür ein Strafgeld von 7800 Euro gefordert. Er legte Einspruch ein, nun war Prozess. Zu dem erschien Edris nicht. Laut Anwalt baut er sich gerade eine Existenz in Amerika auf.
Zwar entschuldigte er sich bei Robert schriftlich. Doch der Amtsrichter hatte weder Verständnis für die Attacke auf den Hundebesitzer noch für die Tätlichkeiten gegenüber der Polizei.
Aus "generalpräventiven Gründen" wurde Edris in Abwesenheit zu 14 Monaten Haft - ohne Bewährung - verdonnert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.