Senioren abgezockt: Geldabholer kommt mit diesem Urteil davon
Dresden - Er holte das Geld bei betrogenen Rentnern ab. Filip M. (20) half so einer Bande, innerhalb von drei Monaten 790.000 Euro bei überrumpelten Senioren abzuzocken. Jetzt bekam der geständige Pole am Amtsgericht Dresden zwei Jahre auf Bewährung.
Im Prozess hatte Filip erklärt, er habe im Internet einen Job als Kurierfahrer angeboten bekommen. Einen Vertrag habe er vergeblich erbeten, sei aber froh über den Verdienst von 400 Euro pro Fahrt gewesen.
Er sei bei älteren Herrschaften vorgefahren, die ihm Päckchen oder Umschläge übergaben, die er dann nach Polen brachte. Dafür bekam er ein Mietfahrzeug und pro Tour eine "neue" SIM-Karte fürs Diensthandy gestellt.
Die Bande dahinter hatte mit sogenannten Schockanrufen hochbetagte Senioren in Aufruhr versetzt. So meldete sich entweder ein angeblicher Professor der Uniklinik und erklärte, ein Angehöriger würde schwer erkrankt auf Station liegen. Es würde dringend eine Zuzahlung für teure Medikamente gebraucht.
Oder ein Polizist forderte Kaution für einen Verwandten, der angeblich verhaftet worden war. Die erschütterten Senioren rückten daraufhin Wertsachen und Bargeld heraus, übergaben alles an "Abholer" Filip.
Die Masche zogen die Betrüger mehrfach im Bundesgebiet ab, bis die sächsische Polizei den Kurier in Plauen im September 2025 endlich abfing. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Titelfoto: Thomas Türpe
