Millionen abgezockt? Prozess gegen Solar-Betrüger in Dresden gestartet

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Dresden - Der Schaden ist enorm! Laut Anklage betrogen Edelbert S. (65) und Carola S. (62) in nur fünf Jahren über 50 Investoren um satte 12.858.748,72 Euro.

Einst Druckerei-Chef bei Gruner+Jahr, jetzt Angeklagter in einem Millionen-Betrugsfall: Dr. Edelbert S. (64) im Landgericht Dresden.
Einst Druckerei-Chef bei Gruner+Jahr, jetzt Angeklagter in einem Millionen-Betrugsfall: Dr. Edelbert S. (64) im Landgericht Dresden.  © Peter Schulze

Das einstige Paar aus Radebeul verscherbelte demnach überall im Bundesgebiet schlüsselfertige Solaranlagen zum Festpreis.

Aber laut der Ermittler wurden Anlagen entweder nie geliefert, hatten keine Anschlüsse oder wurden nie fertiggestellt. Nun ist Prozess gegen beide am Landgericht Dresden.

Zwei Staatsanwältinnen verlasen die lange Anklage, listeten die mutmaßlichen Machenschaften der beiden Beschuldigten auf. So wurden ab April 2020 Investoren übers Ohr gehauen. Mit "konfusen und unübersichtlichen" Verträgen, die den Angeklagten "trotz fehlendem Baufortschritt erhebliche Einnahmen sicherten".

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Im Februar 2025 war Schluss damit. Nach einer Anzeige rückte die Polizei zur Razzia ins Büro an der Königstraße in Dresden an. Der einschlägig vorbestrafte Edelbert sitzt seither in Haft.

Carola hat sich längst von Edelbert getrennt

Carola S. (61) weist von sich, von den Machenschaften ihres damaligen Lebensgefährten gewusst zu haben.
Carola S. (61) weist von sich, von den Machenschaften ihres damaligen Lebensgefährten gewusst zu haben.  © Peter Schulze

Zum Prozessauftakt erklärte Verteidiger Carsten Brunzel (49), dass sein Mandant "den Plan zur Bereicherung von sich oder Dritten ausdrücklich bestreitet". Unternehmerische Entscheidungen, Fehlplanungen oder Verzögerungen bei Bauplanungen würden nicht automatisch den Vorsatz des Betruges belegen.

"Meine Mandantin war allenfalls Werkzeug von Herrn S., wobei die persönliche Beziehung ausgenutzt wurde", erklärte dagegen Anwalt Andrej Klein (54) für Carola.

Die Krankenschwester, die während der Tatzeit oft Vollzeit in ihrem Job arbeitete, hatte sich demnach von ihrem Lebensgefährten Edelbert überreden lassen, "formell" Geschäftsführerin zu werden. Sie habe nur punktuell mit Kunden Kontakt gehabt.

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Weil sie zunehmend an Edelbert und seinen Machenschaften zweifelte, habe sie ihren Vertrag mit seiner Firma Ende 2024 gekündigt. Sie arbeitet weiter als Krankenschwester, hat sich von ihm längst getrennt. Zumal sie feststellte, dass mindestens zwei weitere Beziehungen "nebenher" führte. Von seien Vorstrafen habe sie nichts gewusst.

Die Kammer will nun an über 30 Prozesstagen Zeugen hören. Ein Urteil ist frühestens für Januar 2027 geplant.

Titelfoto: Montage: Peter Schulze (2)

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