Notorischem Schleuser droht Haft-Nachschlag
Dresden - Noch ein paar Tage, dann hätte Schleuser Eduard K. (28) seine Strafe abgesessen: Am 7. März 2024 hatte ihn das Pirnaer Amtsgericht zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt. Die sind mit Einrechnung der Untersuchungshaft am 11. Februar vorbei. Doch auch danach bleibt er in Untersuchungshaft, denn seit Mittwoch muss er sich für zwölf weitere, lebensgefährliche Schleusungen vor dem Dresdner Landgericht verantworten.
Am 6. August 2023 wurde es richtig gefährlich: Als die Bundespolizei einen Renault Master gegen 11.25 Uhr kontrollieren wollte, sprangen zwei Männer aus dem Transporter, ließen diesen führerlos in die Leitplanke der A17 krachen.
Auf der Ladefläche: 22 Syrer. Fahrer Marcel P. (24) wurde erst Monate später in Rumänien aufgespürt und im Frühjahr 2025 nach Deutschland ausgeliefert.
Das Landgericht verurteilte ihn für diese und andere Fahrten zu einer Haftstrafe.
Der mutmaßliche Auftraggeber schweigt
Schon viel eher landete sein mutmaßlicher Auftraggeber, der Weißrusse Eduard K., hinter Gittern: Er wurde am 13. September 2023 wegen anderer Schleusungen aus Tschechien ausgeliefert.
Bei der Unfallfahrt soll er mit einem Pilotfahrzeug vorausgefahren sein.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm insgesamt zwölf solcher Pilotfahrten vor, außerdem soll er die Fahrer angewiesen und deren Bezahlung organisiert haben.
Bei elf Fahrten zwischen dem 1. August 2023 und dem 6. September 2023 sollen 237 illegale Einwanderer nach Deutschland gebracht worden sein.
Ein letzter Transport endete in Tschechien am 9. September 2023 mit 27 Migranten. Eduard K. schweigt, der Prozess wird fortgesetzt.
Titelfoto: Bildmontage: Peter Schulze, Marko Förster
