Prozess gegen mutmaßliche Killerwitwe: Professor analysiert den Hausmeister
Dresden - Im Mordprozess gegen die mutmaßliche Killerwitwe Ramona B. (53) und ihren Komplizen Claus T. (76) hatte nun erstmals der Psychiater das Wort.
Markus Donix (48), Klinik-Professor in Arnsdorf, bescheinigte dem Hausmeister eine "leichte Gedächtnisschwäche", die aber im "Alltag nicht hinderlich ist".
Kurz: Der Angeklagte ist voll schuldfähig.
Ramona soll ihren Ehemann Peter (†76) überfahren haben, um sein Millionen-Erbe zu kassieren. Laut Anklage besorgte Claus das Tatauto, einen Mercedes GLK.
Während die Witwe behauptet, der Hausmeister hätte den Mord begangen, beteuert er, von ihrem "teuflischen Plan" nichts gewusst zu haben. Er habe ihr das Auto lediglich für eine "illegale Treibjagd" besorgt.
Psychiater schätzt Claus T. als "eher gutgläubig" ein
Laut Gutachter versuchte der Rentner zeitlebens, anderen zu helfen und so Anerkennung zu erhalten. Den Grund sah der Mediziner in einem eher emotional kalten Elternhaus.
Doch Claus meisterte sein bisheriges Leben mit allen Höhen und Tiefen. Sogar im Knast, wo er seit über einem Jahr in U-Haft sitzt, schlichtet er als "Opa" Streit unter anderen Gefangenen.
Einfach zu manipulieren sei der Angeklagte jedoch nicht. "Eher gutgläubig", so der Psychiater. Claus sei stets um Ausgleich und Harmonie bemüht, vermeide Konflikte und gehe diesen aus dem Weg.
Tatsächlich hatte eine Zeugin im Prozess gesagt, er sei ein guter Hausmeister für Ramona und ihren Ehemann gewesen, aber auch ein "Befehlsempfänger". Der Prozess wird fortgesetzt.
Titelfoto: Montage: Holm Helis, Ove Landgraf

